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2000 · Lewis — Endoskopische Messung der pankreatischen Gewebeperfusion bei Patienten mit chronischer Pankreatitis und Kontrollpatienten.

Originaltitel: Endoscopic measurement of pancreatic tissue perfusion in patients with chronic pancreatitis and control patients.

Kurzfassung

Die pankreatische Durchblutung wurde endoskopisch mittels der Wasserstoffgas-Clearance-Technik gemessen und zeigte bei Patienten mit chronischer Pankreatitis eine signifikant niedrigere Perfusion als bei Kontrollpatienten. H₂ ist hier ein inertes diagnostisches Tracergas zur Blutflussmessung — kein therapeutisches Mittel. (Gastrointestinal Endoscopy, 2000.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit . Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Die Wasserstoffgas-Clearance-Technik ist eine validierte Methode zur Messung des lokalen Gewebeblutflusses: Eingeatmetes oder lokal appliziertes H₂ wird im Zielgewebe über eine Platinelektrode detektiert; die Clearance-Geschwindigkeit spiegelt die Perfusion wider. In dieser Studie wurde eine Platinelektrode endoskopisch in den Pankreasgang eingeführt, um den Pankreasblutfluss zu messen. Patienten mit chronischer Pankreatitis hatten signifikant niedrigere Werte (51,5 vs. 91,7 mL/min/100g, p < 0,01) als Kontrollpatienten, was der bekannten Gefäßfibrose dieser Erkrankung entspricht. Dies ist eine rein diagnostisch-physiologische Studie; H₂ ist ein Tracergas, kein therapeutisches Molekül.

Wichtige Zitate

  1. „Patienten mit chronischer Pankreatitis hatten einen signifikant niedrigeren pankreatischen Blutfluss als Kontrollpatienten (51,5 gegenüber 91,7 mL/min/100g, p < 0,01).“ Original (EN): „Patients with chronic pancreatitis had a significantly lower pancreatic blood flow compared with control patients (51.5 versus 91.7 mL/min/100 gm, p < 0.01).“ — Kernergebnis: Chronische Pankreatitis reduziert die pankreatische Perfusion um fast die Hälfte
  2. „Die Messung des pankreatischen Blutflusses mit einer endoskopisch platzierten Elektrode ist relativ sicher und einfach durchzuführen.“ Original (EN): „Measurement of pancreatic blood flow with an endoscopically placed electrode is relatively safe and simple to perform.“ — Die Technik ist für die klinische Forschung praktikabel

Unsere Einordnung

Einordnung: Diese Studie ist keine H₂-Therapiestudie. H₂ wird als inertes Tracergas zur Gewebeperfusionsmessung mittels Clearance-Technik eingesetzt. Es wurde kein H₂ zu therapeutischen Zwecken verabreicht. Dies ist eine diagnostische Physiologiestudie bei chronischer Pankreatitis. Aus dieser Arbeit sind keine therapeutischen Aussagen zu H₂ ableitbar. Sollte ohne klaren Hinweis nicht in einer H₂-Therapie-Datenbank erscheinen.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Die pankreatische Durchblutung ist in experimentellen Modellen bei akuter und chronischer Pankreatitis vermindert. Wir versuchten, eine sichere und zuverlässige Technik für deren Messung bei Patienten zu entwickeln und den Blutfluss bei Patienten mit chronischer Pankreatitis sowie bei Kontrollprobanden zu untersuchen. METHODE: Der pankreatische Blutfluss wurde mit der Wasserstoffgas-Clearance-Technik und einer endoskopisch platzierten Platinductal-Elektrode gemessen. Der pankreatische Blutfluss wurde bei 12 Patienten mit klinisch und radiografisch diagnostizierter chronischer Pankreatitis und 11 Kontrollpatienten gemessen, die sich einer endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) wegen nicht-pankreatischer Pathologie unterzogen. ERGEBNISSE: Patienten mit chronischer Pankreatitis hatten einen signifikant niedrigeren pankreatischen Blutfluss als Kontrollpatienten (51,5 vs. 91,7 mL/min/100g, p < 0,01). Bei Sekretin-Stimulation stieg der pankreatische Blutfluss bei zwei Kontrollpatienten an, während dieser deutliche Anstieg bei drei Patienten mit chronischer Pankreatitis nicht beobachtet wurde. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Messung des pankreatischen Blutflusses mit einer endoskopisch platzierten Elektrode ist relativ sicher und einfach durchzuführen. Die histologisch mit chronischer Pankreatitis verbundene Narbenbildung und vaskuläre Fibrose spiegelt sich in einem niedrigeren pankreatischen Blutfluss wider.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Pancreatic blood flow is diminished in experimental models of acute and chronic pancreatitis. We attempted to develop a safe and reliable technique for its measurement in patients and to examine blood flow in patients with chronic pancreatitis and in control subjects. METHOD: Pancreatic blood flow was measured using the hydrogen gas clearance technique and an endoscopically placed platinum ductal electrode. Pancreatic blood flow was measured in 12 patients with chronic pancreatitis diagnosed clinically and radiographically, and in 11 control patients undergoing endoscopic retrograde cholangiopancreatography (ERCP) for non-pancreatic pathology. RESULTS: Patients with chronic pancreatitis had a significantly lower pancreatic blood flow compared with control patients (51.5 versus 91.7 mL/min/100 gm, p < 0.01). With secretin stimulation pancreatic blood flow increased in two control patients, whereas this notable rise was not seen in three patients with chronic pancreatitis. CONCLUSIONS: Measurement of pancreatic blood flow with an endoscopically placed electrode is relatively safe and simple to perform. The scarring and vascular fibrosis associated histologically with chronic pancreatitis is reflected in lower pancreatic blood flow.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 10650267

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.