1991 Nihon yakurigaku zasshi. Folia pharmacologica Japonica Mechanismus / Präklinisch InhalationTrinken (HRW)
1991 · Kawano — Schützende Wirkung von Rebamipid (OPC-12759) auf die Magenschleimhaut bei Ratten und Menschen
Kurzfassung
Diese kombinierte Tier- und kleine Humanstudie zeigte, dass Rebamipid — ein magenschleimhautschützendes Medikament — HCl-Ethanol-induzierte Magenläsionen bei Ratten konzentrationsabhängig verhindert und bei gesunden menschlichen Probanden Schleimhautschäden signifikant hemmt, zum Teil durch Verbesserung der Schleimhautmikrozirkulation, gemessen mittels Wasserstoffgas-Clearance. Die Wasserstoffgas-Clearance-Methode wird hier als Blutflussmessungswerkzeug eingesetzt, nicht als Therapie. (Nihon Yakurigaku Zasshi / Folia Pharmacologica Japonica, 1991.)
Kommentar
Diese Studie befasst sich vorrangig mit dem gastroprotektiven Medikament Rebamipid (OPC-12759), nicht mit molekularer Wasserstofftherapie. Wasserstoff erscheint hier in methodologischer Funktion: Die „Wasserstoffgas-Clearance-Methode” ist eine etablierte Technik zur Messung des gastrischen Schleimhautblutflusses — Wasserstoffgas wird lokal appliziert, und dessen Clearance aus dem Gewebe spiegelt die Durchblutung wider. Das Medikament Rebamipid erhöhte nachweislich den Schleimhautblutfluss bei kontinuöser intravenöser Dosierung und hemmte die Schleimhautläsionsbildung in einer doppelblinden Crossover-Humanstudie (n=6 Probanden). Obwohl die Humanstudie klein ist und an gesunden Probanden mit experimentell induzierten Schäden (HCl-Ethanol) durchgeführt wurde, liefert sie kontrollierten mechanistischen Beleg für die zytoprotektive Rolle von Rebamipid. Die H₂-Clearance-Methode ist nicht mit therapeutischer H₂-Applikation verwandt.
Wichtige Zitate
- „Rebamipid steigerte signifikant (P < 0,05) den Schleimhautblutfluss bei kontinuierlicher i.v.-Dosierung mit 10 mg/kg/h, gemessen mit der Wasserstoffgas-Clearance-Methode.“ Original (EN): „rebamipide significantly (P less than 0.05) increased mucosal blood flow by continuous i.v. dosing at 10 mg/kg/hr by the hydrogen gas clearance method“ — H₂-Clearance als Schleimhautblutfluss-Messung eingesetzt — keine Therapie
- „Rebamipid hemmte signifikant (P < 0,05) die Bildung von Schleimhautläsionen, die Abnahme der Anzahl der Schleimgranula und die Dilatation des interzellulären Raums.“ Original (EN): „Rebamipide significantly (P less than 0.05) inhibited formation of mucosal lesion, decrease in the number of mucous granules and dilatation of intercellular space.“ — Humancrossover-Studie: Rebamipid ist zytoprotektiv in klinischer Dosis
- „Es wurde davon ausgegangen, dass der Mechanismus dieser gastrischen Wirkung zum Teil die Verbesserung der Schleimhautmikrozirkulation umfasst.“ Original (EN): „the mechanism of this gastric effect was considered to involve, in part, the improvement of mucosal microcirculation.“ — vorgeschlagene mechanistische Erklärung für den Gastroprotektionseffekt von Rebamipid
Unsere Einordnung
Dies ist eine kombinierte Tier- und kleine Humanstudie zum gastroprotektiven Medikament Rebamipid — keine Wasserstofftherapie-Studie. Wasserstoffgas erscheint ausschließlich als Messtool (Schleimhautblutfluss via H₂-Clearance), nicht als Therapeutikum. Aus diesem Paper lassen sich keine Schlussfolgerungen zur molekularen H₂-Therapie ziehen. Der Humananteil umfasst nur 6 gesunde Probanden mit experimentell induzierten Magenschäden — die Ergebnisse sollten vorsichtig interpretiert werden. Die Studie ist für die gastroenterologische Pharmakologie relevant, nicht für die Wasserstoffmedizin.
Studiendesign
- Typ: Kombinierte Tierstudie (Ratten, Dosis-Wirkungs-Experiment) + doppelblinde Crossover-Humanstudie (n=6 gesunde männliche Probanden) · H₂-Gabe: Wasserstoffgas-Clearance-Methode nur zur Schleimhautblutfluss-Messung eingesetzt — kein therapeutischer H₂-Eingriff
- Ergebnis: Ratten: Rebamipid 30–300 mg/kg i.p. verhinderte HCl-Ethanol-Schleimhautläsionen signifikant; 10 mg/kg i.v. erhöhte Schleimhautblutfluss. Menschen: Rebamipid 300 mg/Tag für 7 Tage hemmte experimentell induzierte Schleimhautläsionsbildung signifikant (P<0,05)
Abstract (deutsche Übersetzung)
Die schützende Wirkung von Rebamipid gegen die durch eine 0,15 N HCl-Lösung mit 40 % Ethanol (HCl-Ethanol) induzierte Schleimhautläsion im Magen wurde bei Ratten und Menschen bewertet. In Rattenexperimenten: (1) Rebamipid verhinderte die Entwicklung von durch HCl-Ethanol induzierten Schleimhautschäden konzentrationsabhängig bei Prüfung mit 10, 30, 100 und 300 mg/kg i.p., wobei die Prävention bei 30–300 mg/kg signifikant war (P < 0,05); (2) Rebamipid steigerte signifikant (P < 0,05) den Schleimhautblutfluss bei kontinuierlicher i.v.-Dosierung mit 10 mg/kg/h mittels der Wasserstoffgas-Clearance-Methode; (3) Rebamipid hemmte bei 10 mg/kg i.v. ebenfalls signifikant (P < 0,05) die Verringerung des gastrischen Schleimhautblutvolumens und neigte dazu, die Sauerstoffsättigung des Hämoglobins nach hämorrhagischem Schock mittels Organ-Reflexionsspektrometrie zu unterdrücken. Eine doppelblinde Crossover-Studie wurde durchgeführt, um die gastroprotektive Wirkung von Rebamipid mit einem inaktiven Placebo an 6 gesunden männlichen Freiwilligen zu vergleichen. Rebamipid wurde ihnen in einer klinischen Dosis von 300 mg/Tag oral für 7 Tage verabreicht, danach wurde einmalig HCl-Ethanol zur Induktion von Schleimhautschäden gegeben. Rebamipid hemmte signifikant (P < 0,05) die Bildung von Schleimhautläsionen, die Abnahme der Anzahl der Schleimgranula und die Dilatation des interzellulären Raums. Diese klinischen Befunde zeigen, dass Rebamipid in klinischer Dosis vor HCl-Ethanol-induzierten Magenläsionen schützte, und der Mechanismus dieser gastrischen Wirkung wurde als teilweise auf die Verbesserung der Schleimhautmikrozirkulation beruhend betrachtet.
Original-Abstract (englisch)
The protective effect of rebamipide against 0.15 N HCl solution containing 40% ethanol (HCl-ethanol)-induced mucosal lesion in the stomach was evaluated in rats and humans. In rat experiments: (1) rebamipide prevented development of mucosal damage induced by HCl-ethanol in a dose-dependent manner when tested at 10, 30, 100 and 300 mg/kg, i.p., and the prevention at 30-300 mg/kg was significant (P less than 0.05); (2) rebamipide significantly (P less than 0.05) increased mucosal blood flow by continuous i.v. dosing at 10 mg/kg/hr by the hydrogen gas clearance method; (3) rebamipide at 10 mg/kg, i.v., also significantly (P less than 0.05) inhibited reduction in gastric mucosal blood volume and tended to suppress oxygen saturation of hemoglobin following hemorrhagic shock by organ reflectance spectrophotometry. A double-blind crossover study was conducted to compare the gastric protective effect of rebamipide with an inactive placebo using 6 healthy male volunteers. Rebamipide was administered to them at a clinical dose of 300 mg/day orally for 7 days, and then HCl-ethanol was given once to induce mucosal damage. Rebamipide significantly (P less than 0.05) inhibited formation of mucosal lesion, decrease in the number of mucous granules and dilatation of intercellular space. These clinical findings indicate that rebamipide was protective against HCl-ethanol-induced gastric lesion at a clinical dose, and the mechanism of this gastric effect was considered to involve, in part, the improvement of mucosal microcirculation.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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