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2011 · Kang et al. — Wirkungen von wasserstoffreichem Trinkwasser auf die Lebensqualität von Patienten unter Strahlentherapie bei Lebertumoren

Originaltitel: Effects of drinking hydrogen-rich water on the quality of life of patients treated with radiotherapy for liver tumors.

Kurzfassung

Bei 49 Patienten unter Strahlentherapie wegen bösartiger Lebertumoren hatten diejenigen, die 6 Wochen lang wasserstoffreiches Wasser tranken, während der Bestrahlung signifikant bessere Werte bei der Lebensqualität als diejenigen mit Placebowasser. Laut Abstract waren die reaktiven Sauerstoffmetaboliten im Blut mit wasserstoffreichem Wasser niedriger, und das Ansprechen der Tumoren auf die Bestrahlung unterschied sich zwischen den Gruppen nicht. Es nennt keine p-Werte, Gruppengrößen oder Angaben zur Verblindung und keinen primären Endpunkt. (Medical Gas Research, 2011.)

Klassifiziert als RCT-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Patienten unter Strahlentherapie berichten oft über Erschöpfung und eine eingeschränkte Lebensqualität; die Autoren führen viele Nebenwirkungen der Bestrahlung auf oxidativen Stress und Entzündung zurück. Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie umfasste 49 Patienten, die wegen bösartiger Lebertumoren bestrahlt wurden. Eine Gruppe trank wasserstoffreiches Wasser, hergestellt durch Einlegen von metallischem Magnesium in Trinkwasser, mit einer Wasserstoff-Endkonzentration von 0,55 bis 0,65 mM. Die andere Gruppe trank Placebowasser. Getrunken wurde 6 Wochen lang. Das Abstract nennt weder die tägliche Menge noch die Zahl der Patienten je Gruppe, ob die Studie verblindet war oder welcher Endpunkt primär war. Globaler Gesundheitszustand und Lebensqualität wurden mit der koreanischen Fassung des Fragebogens EORTC QLQ-C30 gemessen. Blutproben wurden auf Derivate reaktiver oxidativer Metaboliten und auf die biologische antioxidative Kapazität untersucht. Zudem wurde das Ansprechen der Tumoren auf die Bestrahlung zwischen den Gruppen verglichen.

Wichtige Zitate

  1. „Die Lebensqualitätswerte während der Strahlentherapie waren bei Patienten, die wasserstoffreiches Wasser erhielten, signifikant besser als bei Patienten mit Placebowasser.“ Original (EN): „QOL scores during radiotherapy were significantly improved in patients treated with hydrogen-rich water compared to patients receiving placebo water.“ — das Hauptergebnis; das Abstract nennt keinen p-Wert und keine Effektgröße
  2. „Beim Ansprechen der Tumoren auf die Strahlentherapie gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen.“ Original (EN): „There was no difference in tumor response to radiotherapy between the two groups.“ — das Tumoransprechen unterschied sich nicht, eine wichtige Prüfung für jede Zusatzbehandlung während einer Krebstherapie
  3. „Der Konsum von wasserstoffreichem Wasser verringert die biologische Reaktion auf strahlenbedingten oxidativen Stress, ohne die Antitumorwirkung zu beeinträchtigen.“ Original (EN): „Consumption of hydrogen-rich water reduces the biological reaction to radiation-induced oxidative stress without compromising anti-tumor effects.“ — die Schlussfolgerung der Autoren, gestützt auf Blutmarker in einer kleinen Stichprobe

Unsere Einordnung

In dieser Stichprobe berichteten Patienten, die wasserstoffreiches Wasser tranken, während der Bestrahlung eine bessere Lebensqualität; das Abstract liefert aber zu wenige Angaben, um die Größe des Effekts zu beurteilen. Wasserstoffreiches Wasser wurde als Zusatz zur Strahlentherapie geprüft, um Nebenwirkungen zu verringern, nicht als Behandlung der Tumoren. Einschränkungen: 49 Patienten; keine p-Werte, Effektgrößen oder Gruppengrößen im Abstract; Verblindung nicht beschrieben; kein primärer Endpunkt benannt. Die Lebensqualität wird selbst angegeben und ist daher anfällig für Erwartungseffekte, falls die Patienten die beiden Wasser unterscheiden konnten. Die Oxidationsmarker im Blut sind Surrogatmarker, und das Abstract sagt nicht, ob ihre Abnahme mit Placebo oder nur im Zeitverlauf verglichen wurde. Dass sich das Tumoransprechen nicht unterschied, beruht auf einer kleinen Stichprobe und schließt kleinere Effekte in beide Richtungen nicht aus. Unerwünschte Ereignisse werden im Abstract nicht berichtet.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Krebspatienten unter Strahlentherapie leiden häufig unter Erschöpfung und einer beeinträchtigten Lebensqualität (LQ). Viele Nebenwirkungen der Strahlentherapie gehen vermutlich auf vermehrten oxidativen Stress und Entzündung zurück, die durch die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies während der Bestrahlung entstehen. Wasserstoff kann als therapeutisches medizinisches Gas verabreicht werden, besitzt antioxidative Eigenschaften und verringert Entzündungen im Gewebe. Diese Studie untersuchte, ob eine Wasserstoffbehandlung in Form von mit Wasserstoff angereichertem Wasser die LQ von Patienten unter Strahlentherapie verbessert. METHODEN: In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie wurden die Wirkungen von wasserstoffreichem Trinkwasser bei 49 Patienten untersucht, die wegen bösartiger Lebertumoren bestrahlt wurden. Das wasserstoffreiche Wasser wurde hergestellt, indem ein Stab aus metallischem Magnesium in Trinkwasser gelegt wurde (Wasserstoff-Endkonzentration 0,55–0,65 mM). Zur Bewertung des globalen Gesundheitszustands und der LQ diente die koreanische Fassung des Fragebogens QLQ-C30 der European Organization for Research and Treatment of Cancer. Im peripheren Blut wurden die Konzentration von Derivaten reaktiver oxidativer Metaboliten und die biologische antioxidative Kapazität bestimmt. ERGEBNISSE: Das Trinken von wasserstoffreichem Wasser über 6 Wochen verringerte die reaktiven Sauerstoffmetaboliten im Blut und erhielt das Oxidationspotenzial des Blutes. Die LQ-Werte während der Strahlentherapie waren bei Patienten, die wasserstoffreiches Wasser erhielten, signifikant besser als bei Patienten mit Placebowasser. Beim Ansprechen der Tumoren auf die Strahlentherapie gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der tägliche Konsum von wasserstoffreichem Wasser ist eine möglicherweise neuartige therapeutische Strategie zur Verbesserung der LQ nach Strahlenexposition. Der Konsum von wasserstoffreichem Wasser verringert die biologische Reaktion auf strahlenbedingten oxidativen Stress, ohne die Antitumorwirkung zu beeinträchtigen.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Cancer patients receiving radiotherapy often experience fatigue and impaired quality of life (QOL). Many side effects of radiotherapy are believed to be associated with increased oxidative stress and inflammation due to the generation of reactive oxygen species during radiotherapy. Hydrogen can be administered as a therapeutic medical gas, has antioxidant properties, and reduces inflammation in tissues. This study examined whether hydrogen treatment, in the form of hydrogen-supplemented water, improved QOL in patients receiving radiotherapy. METHODS: A randomized, placebo-controlled study was performed to evaluate the effects of drinking hydrogen-rich water on 49 patients receiving radiotherapy for malignant liver tumors. Hydrogen-rich water was produced by placing a metallic magnesium stick into drinking water (final hydrogen concentration; 0.55~0.65 mM). The Korean version of the European Organization for Research and Treatment of Cancer's QLQ-C30 instrument was used to evaluate global health status and QOL. The concentration of derivatives of reactive oxidative metabolites and biological antioxidant power in the peripheral blood were assessed. RESULTS: The consumption of hydrogen-rich water for 6 weeks reduced reactive oxygen metabolites in the blood and maintained blood oxidation potential. QOL scores during radiotherapy were significantly improved in patients treated with hydrogen-rich water compared to patients receiving placebo water. There was no difference in tumor response to radiotherapy between the two groups. CONCLUSIONS: Daily consumption of hydrogen-rich water is a potentially novel, therapeutic strategy for improving QOL after radiation exposure. Consumption of hydrogen-rich water reduces the biological reaction to radiation-induced oxidative stress without compromising anti-tumor effects.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 22146004

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.