2023 · Jebabli et al. — Akute Wirkung von wasserstoffreichem Wasser auf körperliche, wahrnehmungsbezogene und kardiale Reaktionen bei aeroben und anaeroben Belastungen: randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Crossover-Studie
Kurzfassung
Bei 22 männlichen Amateur-Mittelstreckenläufern verbesserten 500 ml wasserstoffreiches Wasser 30 Minuten vor den Tests laut Abstract die Zeit bis zur Erschöpfung, die maximale Herzfrequenz und die wahrgenommene Anstrengung gegenüber Placebo, bei den Sprungtests zeigte sich keine signifikante Veränderung. Bei der maximalen aeroben Geschwindigkeit widerspricht sich das Abstract: Die Ergebnisse berichten eine Verbesserung, die Schlussfolgerung keine signifikante Wirkung. Das Abstract nennt keine Zahlen oder p-Werte und sagt nicht, ob die maximale Herzfrequenz stieg oder fiel. (Frontiers in Physiology, 2023.)
Kommentar
Wasserstoffreiches Wasser gilt als ergogene Hilfe, die Wirkung eines einzelnen Getränks kurz vor der Belastung ist jedoch unklar. Zweiundzwanzig männliche Amateur-Mittelstreckenläufer nahmen an einer randomisierten, doppelblinden Studie teil, laut Titel im Crossover-Design. Sie tranken 30 Minuten vor den Tests 500 ml wasserstoffreiches Wasser oder Placebo. An 4 Tagen bestimmten die Forscher die maximale aerobe Geschwindigkeit im Vameval-Test (MAS), die Zeit bis zur Erschöpfung bei MAS (Tlim), Squat Jump, Countermovement Jump und einen Fünfsprungtest. Wahrgenommene Anstrengung (RPE) und maximale Herzfrequenz wurden während der aeroben Tests erfasst. Das Abstract nennt weder die Wasserstoffkonzentration noch die Zusammensetzung des Placebos, die Reihenfolge der Tests, einen primären Endpunkt, Zahlenwerte oder unerwünschte Ereignisse.
Wichtige Zitate
- „Im Vameval-Test verbesserte die HRW-Einnahme MAS, HRpeak und RPE im Vergleich zur Placebobedingung.“ Original (EN): „For Vameval test, HRW ingestion improved MAS, HRpeak and RPE compared with the placebo condition.“ — Ergebnisse des Stufentests, einschließlich der maximalen aeroben Geschwindigkeit
- „Zwischen HW- und Placebobedingung wurde jedoch keine signifikante Veränderung bei SJ, CMJ und 5JT beobachtet.“ Original (EN): „However, no significant change was observed between HW and placebo conditions in SJ, CMJ, 5JT.“ — das Nullergebnis für alle drei Sprungtests
- „500 ml HRW können HRpeak, Zeit bis zur Erschöpfung und RPE signifikant verbessern, ohne signifikante Wirkung auf MAS und die Sprungleistung bei Amateur-Ausdauersportlern.“ Original (EN): „500 mL of HRW can significantly improve HRpeak, time to exhaustion, RPE, with no significant effect on MAS, jumping performance in amateur endurance athletes.“ — die Schlussfolgerung, die die maximale aerobe Geschwindigkeit als nicht signifikant aufführt
Unsere Einordnung
Ein randomisiertes, doppelblindes Crossover-Design passt zur Frage nach einem einzelnen Getränk vor der Belastung. Was die Studie gefunden hat, lässt sich aus dem Abstract allein aber kaum beurteilen. Es nennt keine Effektgrößen, p-Werte oder Konfidenzintervalle, sagt nicht, ob die maximale Herzfrequenz stieg oder fiel, und widerspricht sich bei der maximalen aeroben Geschwindigkeit. Die Sprungtests zeigten keine signifikante Veränderung. Einschränkungen: eine einzelne Dosis von 500 ml mit unbekannter Wasserstoffkonzentration, nur männliche Amateurläufer, mehrere Leistungs- und Wahrnehmungsendpunkte ohne benannten primären Endpunkt, keine Zahlenwerte im Abstract und ein Widerspruch zwischen Ergebnissen und Schlussfolgerung. Die wahrgenommene Anstrengung ist subjektiv, und das Abstract beschreibt nicht, wie das Placebo angeglichen wurde. Unerwünschte Ereignisse werden nicht berichtet.
Studiendesign
- Typ: randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie (Crossover laut Titel) · n: 22 männliche Amateur-Mittelstreckenläufer · H₂-Gabe: 500 ml wasserstoffreiches Wasser 30 Minuten vor den Tests, Konzentration nicht angegeben
- Vergleich: Placebogetränk (Zusammensetzung im Abstract nicht beschrieben)
- Ergebnis: kein primärer Endpunkt benannt, keine Zahlen angegeben. Vameval-Test: Verbesserungen bei MAS, maximaler Herzfrequenz und RPE berichtet. Tlim-Test: Verbesserungen bei Zeit bis zur Erschöpfung, RPE und maximaler Herzfrequenz berichtet. Keine signifikante Veränderung bei Squat Jump, Countermovement Jump und Fünfsprungtest. Die Schlussfolgerung nennt für MAS keine signifikante Wirkung, im Widerspruch zu den Ergebnissen
Abstract (deutsche Übersetzung)
Molekularer Wasserstoff (H2-Gas) wird in Wasser gelöst, um wasserstoffreiches Wasser herzustellen. Wasserstoffreiches Wasser (HRW) gilt bei verschiedenen Belastungsformen als ergogene Hilfe. Die Wirkung einer akuten HRW-Einnahme vor der Belastung auf die Leistung von Sportlern ist jedoch unklar. Ziel dieser Studie war es, die akute Wirkung einer HRW-Einnahme auf die aerobe und anaerobe Leistung zu untersuchen. Zweiundzwanzig männliche Amateur-Mittelstreckenläufer nahmen freiwillig an dieser Studie teil. In einem randomisierten, doppelblinden Studiendesign nahmen alle Teilnehmer 30 Minuten vor Beginn der Tests 500 ml HRW oder ein Placebo (PLA) zu sich. An 4 Tagen wurden die maximale aerobe Geschwindigkeit im Vameval-Test (MAS), die Zeit bis zur Erschöpfung bei MAS (Tlim), der Squat Jump (SJ), der Countermovement Jump (CMJ) und der Fünfsprungtest (5JT) bestimmt. Außerdem wurden während der aeroben Tests die wahrgenommene Anstrengung (RPE) und die maximale Herzfrequenz (HRpeak) gemessen. Im Vameval-Test verbesserte die HRW-Einnahme MAS, HRpeak und RPE im Vergleich zur Placebobedingung. Im Tlim-Test zeigte die HRW-Einnahme Verbesserungen bei der Zeit bis zur Erschöpfung, RPE und HRpeak. Zwischen HW- und Placebobedingung wurde jedoch keine signifikante Veränderung bei SJ, CMJ und 5JT beobachtet. 500 ml HRW können HRpeak, Zeit bis zur Erschöpfung und RPE signifikant verbessern, ohne signifikante Wirkung auf MAS und die Sprungleistung bei Amateur-Ausdauersportlern.
Original-Abstract (englisch)
Molecular hydrogen (H2 gas) dissolved in water to produce Hydrogen-Rich Water. Hydrogen-Rich Water (HRW) is considered as ergogenic aid in different exercise modes. However, acute pre-exercise HRW ingestion effect is unclear regarding athlete performance. This study aimed at investigating acute effect of HRW ingestion on aerobic and anaerobic exercise performance. Twenty-two male amateur middle-distance runners volunteered to participate in this study. In a randomized, double-blind study design, all players ingested 500 mL of HRW or placebo (PLA) supplement 30 min before the start of the tests. Over 4 days, maximal aerobic speed of Vameval test (MAS), time to exhaustion at MAS (Tlim), squat jump (SJ), counter-movement jump (CMJ) and five jump test (5JT) were evaluated. Also, rate of perceived exertion (RPE) and peak heart rate (HRpeak) were measured during the aerobic tests. For Vameval test, HRW ingestion improved MAS, HRpeak and RPE compared with the placebo condition. For Tlim test, HRW ingestion demonstrated improvements in time to exhaustion, RPE and HRpeak. However, no significant change was observed between HW and placebo conditions in SJ, CMJ, 5JT. 500 mL of HRW can significantly improve HRpeak, time to exhaustion, RPE, with no significant effect on MAS, jumping performance in amateur endurance athletes.
Quelle & Links
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