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2020 · Javorac et al. — Fallbericht: Akute Hydrotherapie mit übersättigtem wasserstoffreichem Wasser bei einer Knöchelverstauchung eines professionellen Athleten.

Originaltitel: Case Report: Acute hydrotherapy with super-saturated hydrogen-rich water for ankle sprain in a professional athlete.

Kurzfassung

Ein professioneller Athlet mit einer Knöchelverstauchung Grad II erhielt in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung sechs 30-minütige Hydrotherapiesitzungen mit H₂-reichem Wasser — mit bemerkenswerten Verbesserungen bei Schmerz (VAS 50 → 20), Schwellung (–2,8 %) und Dorsalflexions-Bewegungsumfang (+27,9 %) zum 24-Stunden-Follow-up. Dies ist ein Einzelpatienten-Fallbericht — er zeigt Machbarkeit und generiert Hypothesen, kann aber keine Wirksamkeit belegen. (F1000Research, 2020.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit Trinken (HRW). Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Das Knöchelverstauchungsmanagement stützte sich lange auf das RICE-Protokoll (Ruhe, Eis, Kompression, Hochlagerung), das inzwischen hinterfragt wird, da es den Blutfluss einschränkt und die Heilung möglicherweise beeinträchtigt. Dieser Fallbericht prüft eine alternative akute Intervention — wiederholte H₂-reiches-Wasser-Hydrotherapie — bei einem gut dokumentierten Einzelathleten. Die Verbesserungen bei Schmerz, Schwellung und Bewegungsumfang innerhalb von 24 Stunden sind ermutigend. Ohne Kontrollbedingung können wir H₂-Effekte jedoch nicht von der natürlichen Verlauf leichter bis mittelschwerer Knöchelverstauchungen trennen (die sich oft unabhängig von der Behandlung erheblich verbessern). Die verwendete H₂-Übersättigung ist ebenfalls nicht quantifiziert.

Wichtige Zitate

  1. „Die vom Patienten selbst ausgefüllte Schmerz-VAS sank von 50 Punkten (mäßiger Schmerz) bei Baseline auf 20 Punkte (leichter Schmerz) beim 24-Stunden-Follow-up.“ Original (EN): „The pain VAS self-completed by the patient dropped from 50 points (moderate pain) at baseline (immediately after injury) to 20 points (mild pain) at 24-h follow-up.“ — Schmerzreduktion — subjektiver Eigenbericht, kein Kontrollvergleich
  2. „Knöchelschwellung sank um 2,8 % und der Dorsalflexions-Bewegungsumfang verbesserte sich um 27,9 % von Baseline bis Follow-up.“ Original (EN): „Ankle swelling dropped by 2.8% and dorsiflexion range of movement improved by 27.9% from baseline to follow-up.“ — objektive Messungen — vielversprechend, aber unkontrolliert
  3. „Unser Fall deutet darauf hin, dass eine akute Mehrfach-Hydrotherapie mit wasserstoffreichem Wasser bei Knöchelverstauchungen hinsichtlich Schmerz, Schwellungsreduktion und Wiedergewinnung des Bewegungsumfangs hilfreich sein könnte.“ Original (EN): „Our case has indicated that an acute multi-session hydrotherapy with hydrogen-rich water might be a helpful treatment in terms of pain, swelling reduction and regaining range of motion after an ankle sprain.“ — vorsichtige Interpretation der Autoren — korrekt als reines Signal dargestellt

Unsere Einordnung

Ein Einzelpatienten-Fallbericht — nützlich zur Hypothesengenerierung und Dokumentation von Machbarkeit und Sicherheit, trägt aber praktisch kein Inferenzgewicht hinsichtlich Wirksamkeit. Der Vergleich zum RICE-Protokoll wird behauptet, nicht getestet. Limitationen: n = 1; keine Kontrolle; natürliche Erholung innerhalb von 24 Stunden überlagert alle Outcome-Veränderungen; H₂-Konzentration im Wasser nicht spezifiziert; Outcome-Bewerter (der Patient selbst für VAS) nicht verblindet. Die Autoren rahmen Schlussfolgerungen korrekt als „könnte hilfreich sein“ — diese Einordnung ist angemessen.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Hintergrund: Die traditionelle Behandlung von Weichteilzervletzungen besteht aus dem RICE-Protokoll — Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagerung, angewendet bis zu 72 Stunden nach einem Trauma. Obwohl als unmittelbare Therapie zur Entzündungsreduktion nach akuter Verletzung konzipiert, ist das RICE-Protokoll möglicherweise nicht optimal für die Heilungsförderung, da es den Blutfluss einschränkt. Molekularer Wasserstoff (H₂) wurde jüngst als mögliches adjuvantes Behandlungsmittel in der muskuloskelettalen Medizin vorgeschlagen, jedoch sind nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit als Erste-Hilfe-Intervention verfügbar. Fallbericht: Wir berichten hier einen Fall eines Elite-Profiathleten, der eine Knöchelverstauchung Grad II erlitt und anschließend sechs Sitzungen Knöchel- und Fuß-Hydrotherapie (je 30 Minuten alle vier Stunden) mit übersättigtem wasserstoffreichem Wasser während der ersten 24 Stunden nach der Verletzung erhielt. Die vom Patienten selbst ausgefüllte Schmerz-VAS sank von 50 Punkten (mäßiger Schmerz) bei Baseline auf 20 Punkte (leichter Schmerz) beim 24-Stunden-Follow-up. Die Knöchelschwellung sank um 2,8 % und der Dorsalflexions-Bewegungsumfang verbesserte sich um 27,9 % von Baseline bis Follow-up. Schlussfolgerungen: Unser Fall deutet darauf hin, dass eine akute Mehrfach-Hydrotherapie mit wasserstoffreichem Wasser hinsichtlich Schmerz, Schwellungsreduktion und Wiedergewinnung des Bewegungsumfangs nach einer Knöchelverstauchung hilfreich sein könnte.
Original-Abstract (englisch)
Background: The traditional treatment of soft tissue injuries consists of the RICE protocol - rest, ice, compression, and elevation, followed for up to 72 hours after a trauma. Although designed as an immediate therapy to reduce inflammation that occurs after an acute injury, the RICE protcol might not be the best way to promote healing due to limiting blood flow. Molecular hydrogen (H 2) has recently been put forward as a possible adjuvant treatment in musculoskeletal medicine, yet limited data are available concerning its effectiveness as a first-aid intervention. Case report: We report here a case of an elite professional athlete who suffered a grade II ankle sprain, and who subsequently received six sessions of ankle and foot hydrotherapy (e.g. 30-min at every four hours) with super-saturated hydrogen-rich water during the first 24 hours post-injury. The pain VAS self-completed by the patient dropped from 50 points (moderate pain) at baseline (immediately after injury) to 20 points (mild pain) at 24-h follow-up. Ankle swelling dropped by 2.8% and dorsiflexion range of movement improved by 27.9% from baseline to follow-up, respectively. Conclusions: Our case has indicated that an acute multi-session hydrotherapy with hydrogen-rich water might be a helpful treatment in terms of pain, swelling reduction and regaining range of motion after an ankle sprain.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 32399209

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.