2024 · Jamialahmadi et al. — Wirkung von wasserstoffreichem Wasser auf die Blutfettwerte in klinischen Studien zu Stoffwechselstörungen: systematische Übersicht und Metaanalyse
Kurzfassung
Über acht randomisierte Studien mit 357 Patienten mit Stoffwechselstörungen hinweg fand diese Metaanalyse eine kleine Senkung der Triglyceride durch wasserstoffreiches Wasser (−0,27, 95-%-KI −0,47 bis −0,07), während die Konfidenzintervalle für LDL- und HDL-Cholesterin null einschlossen. Die Autoren beschreiben leichte Senkungen von Triglyceriden, Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin. Das für das Gesamtcholesterin angegebene Intervall (−0,07, von −0,32 bis −0,18) enthält seinen eigenen Punktschätzer nicht, was auf einen Fehler in der Darstellung hindeutet. Die HDL-Ergebnisse schwankten zwischen den Studien (I² = 37,32 %), und eine Metaregression fand einen Zusammenhang zwischen den Endpunkten und der Interventionsdauer. (International Journal of Endocrinology and Metabolism, 2024.)
Kommentar
Serumlipide sind gängige Marker für die Verlaufskontrolle von Stoffwechselstörungen, und diese Übersicht fragte, ob wasserstoffreiches Wasser sie verändert. Nach den PRISMA-Leitlinien durchsuchten die Autoren PubMed, Web of Science, Embase und Google Scholar bis Januar 2024 nach randomisierten kontrollierten Studien zu Stoffwechselstörungen, in denen Lipidprofile gemessen wurden. Eingeschlossen wurden acht Studien mit insgesamt 357 Patienten mit verschiedenen Stoffwechselstörungen. Die Studienqualität wurde mit dem Jadad-Score bewertet, die Autoren berichten für alle Studien kein oder ein geringes Verzerrungsrisiko. Endpunkte waren Triglyceride, Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin. Eine Metaregression prüfte die Interventionsdauer als Einflussfaktor. Der Abstract nennt weder das Effektmaß noch das statistische Modell und beschreibt weder die Vergleichsgruppen noch die in den Studien verwendeten Dosen und Zeiträume.
Wichtige Zitate
- „Die Gesamtwerte von TG [95-%-KI: -0,27 (-0,47; -0,07)], TC [95-%-KI: -0,07 (-0,32; -0,18)] und LDL [95-%-KI: -0,06 (-0,28; 0,15)] zeigten über die Studien hinweg leichte Senkungen.“ Original (EN): „The overall levels of TG [95% CI: -0.27 (-0.47, -0.07)], TC [95% CI: -0.07 (-0.32, -0.18)], and LDL [95% CI: -0.06 (-0.28, 0.15)] demonstrated slight decreases across the studies.“ — die Hauptergebnisse; nur das Intervall für die Triglyceride schließt null klar aus
- „Bei den HDL-Werten bestand jedoch eine gewisse Heterogenität zwischen den Studien [95-%-KI: -0,11 (-0,37; 0,14)] (I² = 37,32 %).“ Original (EN): „However, there was some heterogeneity in HDL levels [95% CI: -0.11 (-0.37, 0.14)] among the studies (I² = 37.32%).“ — beim HDL kein klarer Effekt und gewisse Unterschiede zwischen den Studien
- „Wasserstoffreiches Wasser zeigte bei Patienten mit Stoffwechselstörungen eine mäßige lipidsenkende Wirkung.“ Original (EN): „Hydrogen-rich water demonstrated modest lipid-lowering effects in patients with metabolic disorders.“ — das Fazit der Autoren, zu lesen im Licht der berichteten Konfidenzintervalle
Unsere Einordnung
Die Übersicht fasst randomisierte Studien zusammen, doch die Zahlen im Abstract tragen weniger als ihr Fazit. Nur bei den Triglyceriden gibt es einen widerspruchsfrei berichteten Schätzwert, dessen Konfidenzintervall null ausschließt. Die Intervalle für LDL- und HDL-Cholesterin schließen null ein, und das Intervall für das Gesamtcholesterin enthält seinen eigenen Punktschätzer nicht, lässt sich also so, wie es abgedruckt ist, nicht deuten. Die Zusammenfassung der Autoren als „mäßige lipidsenkende Wirkung“ geht daher über das hinaus, was die Intervalle zeigen. Einschränkungen: Die Analyse umfasst nur acht Studien, die verschiedene Stoffwechselstörungen abdecken. Effektmaß und Einheiten werden nicht genannt. Heterogenität wird nur für HDL berichtet. Die Qualität wurde mit der Jadad-Skala bewertet, eine Einstufung der Vertrauenswürdigkeit der Evidenz fehlt. Dosen, Dauer und Vergleichsgruppen werden nicht beschrieben, und die Richtung des Dauereffekts in der Metaregression wird nicht erläutert.
Studiendesign
- Typ: systematische Übersicht und Metaanalyse nach PRISMA (PubMed, Web of Science, Embase und Google Scholar bis Januar 2024, Qualitätsbewertung mit der Jadad-Skala) · n: 357 Patienten in acht Studien · H₂-Gabe: Trinken von wasserstoffreichem Wasser
- Eingeschlossene Studien: acht randomisierte kontrollierte Studien an Patienten mit verschiedenen Stoffwechselstörungen, in denen Blutfette gemessen wurden, laut Autoren alle mit keinem oder geringem Verzerrungsrisiko
- Ergebnis: Triglyceride −0,27 (95-%-KI −0,47 bis −0,07), Gesamtcholesterin −0,07 (abgedrucktes Intervall −0,32 bis −0,18, in sich widersprüchlich), LDL −0,06 (95-%-KI −0,28 bis 0,15), HDL −0,11 (95-%-KI −0,37 bis 0,14, I² = 37,32 %). Effektmaß im Abstract nicht genannt
Abstract (deutsche Übersetzung)
KONTEXT: Stoffwechselstörungen sind wegen ihrer zunehmenden Häufigkeit ein wachsendes globales Problem, besonders in Industrieländern. Serumlipidprofile, darunter Triglyceride (TG), Gesamtcholesterin (TC), High-Density-Lipoprotein (HDL) und Low-Density-Lipoprotein (LDL), sind gängige klinische Biomarker zur Verlaufskontrolle dieser Stoffwechselstörungen. In den letzten Jahrzehnten hat wasserstoffreiches Wasser (HRW) als sichere und wirksame Behandlung Aufmerksamkeit erhalten, mit regulierenden Wirkungen auf Lipidperoxidation und Entzündungsreaktionen in klinischen Studien. ZIELE: Diese systematische Übersicht und Metaanalyse soll die Wirksamkeit einer HRW-Therapie auf die Blutfettwerte in randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zu Stoffwechselstörungen bewerten. METHODEN: Nach den PRISMA-Leitlinien wurde in den Datenbanken PubMed, Web of Science, Embase und Google Scholar bis Januar 2024 nach RCTs gesucht. Acht Studien, die alle Einschlusskriterien erfüllten, darunter RCTs zu Stoffwechselstörungen mit Bestimmung der Lipidprofile, wurden in die weitere Analyse aufgenommen. Auf die Datenextraktion folgte eine Qualitätsbewertung mit dem Jadad-Score. Die Metaanalyse wurde mit einer Statistiksoftware durchgeführt. ERGEBNISSE: Die acht ausgewählten RCTs umfassten insgesamt 357 Patienten mit verschiedenen Stoffwechselstörungen. Alle Studien zeigten kein oder ein geringes Verzerrungsrisiko. Die Gesamtwerte von TG [95-%-KI: -0,27 (-0,47; -0,07)], TC [95-%-KI: -0,07 (-0,32; -0,18)] und LDL [95-%-KI: -0,06 (-0,28; 0,15)] zeigten über die Studien hinweg leichte Senkungen. Bei den HDL-Werten bestand jedoch eine gewisse Heterogenität zwischen den Studien [95-%-KI: -0,11 (-0,37; 0,14)] (I² = 37,32 %). Eine Metaregression zeigte zudem einen positiven Zusammenhang zwischen den Endpunkten und der Interventionsdauer als moderierendem Faktor. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Wasserstoffreiches Wasser zeigte bei Patienten mit Stoffwechselstörungen eine mäßige lipidsenkende Wirkung. Wegen der beobachteten Heterogenität bei den HDL-Veränderungen sind jedoch weitere Langzeitstudien mit größeren Populationen nötig, um diese Unstimmigkeiten zu klären.
Original-Abstract (englisch)
CONTEXT: Metabolic disorders are a growing global concern, especially in developed countries, due to their increasing prevalence. Serum lipid profiles, including triglycerides (TG), total cholesterol (TC), high-density lipoprotein (HDL), and low-density lipoprotein (LDL), are commonly used clinical biomarkers for monitoring the progression of these metabolic abnormalities. In recent decades, hydrogen-rich water (HRW) has gained attention as a safe and effective treatment, with regulatory effects on lipid peroxidation and inflammatory responses in clinical trials. OBJECTIVES: This systematic review and meta-analysis aim to evaluate the effectiveness of HRW therapy on blood lipid profiles in randomized controlled trials (RCTs) for metabolic disorders. METHODS: Following the PRISMA guidelines, a search for RCT studies was conducted in the PubMed, Web of Science, Embase, and Google Scholar databases up to January 2024. Eight studies that met all eligibility criteria, including RCTs involving metabolic dysfunctions and evaluations of lipid profiles, were included for further analysis. Data extraction was followed by quality evaluation using the Jadad scoring system. Meta-analysis was conducted using STATA software. RESULTS: The eight selected RCTs included a total of 357 patients with various metabolic disorders. All studies showed either no or low risk of bias. The overall levels of TG [95% CI: -0.27 (-0.47, -0.07)], TC [95% CI: -0.07 (-0.32, -0.18)], and LDL [95% CI: -0.06 (-0.28, 0.15)] demonstrated slight decreases across the studies. However, there was some heterogeneity in HDL levels [95% CI: -0.11 (-0.37, 0.14)] among the studies (I² = 37.32%). Meta-regression analysis further indicated a positive association between the outcomes and the duration of the intervention as a moderating factor. CONCLUSIONS: Hydrogen-rich water demonstrated modest lipid-lowering effects in patients with metabolic disorders. However, due to the observed heterogeneity in HDL variations, further long-term trials involving larger populations are needed to clarify these inconsistencies.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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