2010 · Iida et al. — Versagen von im Dünndarm absorbierter D-Psicose, in Energie verstoffwechselt zu werden, und ihre geringe Fermentierbarkeit im Dickdarm beim Menschen
Kurzfassung
Diese Ernährungsstudie verwendet Atemwasserstoff als Standard-Fermentationsmarker, um das Stoffwechselschicksal von D-Psicose (einem seltenen Zucker) beim Menschen zu beurteilen — es ist keine H₂-Therapiestudie. Das Ergebnis ist, dass D-Psicose kaum fermentiert wird und einen Energiewert unter 1,6 kJ/g hat. Wasserstoffreiches Wasser und H₂ als therapeutisches Mittel werden nicht untersucht. (Metabolism: Clinical and Experimental, 2010.)
Kommentar
D-Psicose ist ein seltener Zucker mit potenziellem Einsatz als kalorienarmer Süßstoff. Diese Studie untersuchte, ob er im Dünndarm zu Energie verstoffwechselt wird (Antwort: nein) und ob er im Dickdarm fermentiert wird (Antwort: kaum). Atemwasserstoff-Ausscheidung wurde als Standard-Kliniktool der Ernährungsforschung zur Erkennung von Kolonfermentation eingesetzt — dieselbe Technik wie bei Laktoseintoleranz-Tests. Die Klassifizierung als „Methoden: Inhalation, Trinken von HRW“ in den Quelldaten ist ein klarer Fehler; es wurde weder wasserstoffreiches Wasser noch H₂-Inhalationstherapie verwendet. Diese Arbeit gehört zur Lebensmittelwissenschaft und Ernährungsforschung.
Wichtige Zitate
- „Der Energiewert von D-Psicose wurde auf weniger als 1,6 kJ/g geschätzt.“ Original (EN): „the energy value of d-psicose was expected to be less than 1.6 kJ/g.“ — der zentrale Befund: D-Psicose hat sehr geringen verfügbaren Energiegehalt — Atemwasserstoff war das Messwerkzeug, nicht die Therapie
Unsere Einordnung
Thematisch nicht zutreffend für H₂-Therapie. Atemwasserstoff wird in dieser Lebensmittelwissenschaftsstudie ausschließlich als Kolonfermentationsmarker eingesetzt. Es wurde kein wasserstoffreiches Wasser, keine H₂-Inhalationstherapie und keine H₂-therapeutische Intervention jeglicher Art angewendet. Die Quell-Metadatenklassifikation (Methoden: „Inhalation, drinking-hrw“) ist fehlerhaft. Diese Studie untersucht die nutritiven Eigenschaften eines seltenen Zuckers, nicht die molekulare Wasserstoffmedizin.
Studiendesign
- Typ: humanernährungsbasierte Studie · n: 6 (Kalorimetrie), 14 (Atemwasserstoff- und Urintests), 8 (Adaptions-Teilstudie) · H₂-Gabe: keine — Atemwasserstoff nur als Fermentationsmarker verwendet
- Ergebnis: D-Psicose wird nicht zu Energie verstoffwechselt; renale Ausscheidungsrate ~70%; Kolonfermentierbarkeit sehr gering; Energiewert < 1,6 kJ/g
Abstract (deutsche Übersetzung)
Mit Ratten wurden Daten zum Stoffwechsel und Energiewert von D-Psicose erhoben; beim Menschen lagen solche Daten bislang nicht vor. Die Autoren beurteilten die Verfügbarkeit von im Dünndarm absorbierter D-Psicose durch Messung des Kohlenhydrat-Energieverbrauchs (CEE) mittels indirekter Kalorimetrie. Die renale Ausscheidungsrate wurde durch Quantifizierung von D-Psicose im Urin über 48 Stunden gemessen. Zur Untersuchung der D-Psicose-Fermentation im Dickdarm wurde der Atemwasserstoff gemessen und die Fermentierbarkeit mit 35 Stämmen von Darmbakterien bestimmt. Sechs gesunde Probanden nahmen am CEE-Test teil, 14 am Atemwasserstoff- und Urintest. Die D-Psicose-Fermentation nach einer 8-wöchigen Anpassungsphase wurde bei 8 Probanden bewertet. Im Dünndarm absorbierte D-Psicose wurde — anders als Glukose — nicht zu Energie verstoffwechselt, da der CEE innerhalb von 3 Stunden nach D-Psicose-Einnahme (0,35 g/kg KG) nicht anstieg. Die kumulativen Ausscheidungsraten von D-Psicose im Urin lagen für 0,34, 0,17 und 0,08 g/kg KG bei ca. 70 %. Geringe D-Psicose-Fermentierbarkeit wurde in Darmbakterienstämmen und Atemwasserstoff-Tests beobachtet. Basierend auf dem Graphen Atemwasserstoffkonzentration vs. aufgenommene Kalorien wurde der Energiewert von D-Psicose auf weniger als 1,6 kJ/g geschätzt. Eine erhöhte D-Psicose-Fermentierbarkeit nach der Anpassungsphase wurde nicht beobachtet.
Original-Abstract (englisch)
Experiments with rats have produced data on the metabolism and energy value of d-psicose; however, no such data have been obtained in humans. The authors assessed the availability of d-psicose absorbed in the small intestine by measuring carbohydrate energy expenditure (CEE) by indirect calorimetry. They measured the urinary excretion rate by quantifying d-psicose in urine for 48 hours. To examine d-psicose fermentation in the large intestine, the authors measured breath hydrogen gas and fermentability using 35 strains of intestinal bacteria. Six healthy subjects participated in the CEE test, and 14 participated in breath hydrogen gas and urine tests. d-Psicose fermentation subsequent to an 8-week adaptation period was also assessed by measuring hydrogen gas in 8 subjects. d-Psicose absorbed in the small intestine was not metabolized into energy, unlike glucose, because CEE did not increase within 3 hours of d-psicose ingestion (0.35 g/kg body weight [BW]). The accumulated d-psicose urinary excretion rates were around 70% for 0.34, 0.17, and 0.08 g/kg BW of ingested d-psicose. Low d-psicose fermentability was observed in intestinal bacteria and breath hydrogen gas tests, in which fructooligosaccharide (0.34, 0.17, and 0.08 g/kg BW) was used as a positive control because its available energy is known to be 8.4 kJ/g. Based on the results of the plot of breath hydrogen concentration vs calories ingested, the energy value of d-psicose was expected to be less than 1.6 kJ/g. Incremental d-psicose fermentability subsequent to an adaptation period was not observed.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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