2020 · Hori — Eine zweiwöchige kontinuierliche Supplementierung mit wasserstoffreichem Wasser erhöht die maximale Sauerstoffaufnahme während eines ansteigenden Radergometer-Belastungstests bei gesunden Menschen: eine randomisierte, einfach-verblindete, placebokontrollierte Studie
Kurzfassung
Zwei Wochen täglich wasserstoffreiches Wasser steigerten die maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂peak) bei gesunden Menschen im Radergometer-Test signifikant. Eine einzelne Portion brachte dagegen keinen messbaren Effekt — der Nutzen entsteht erst bei kontinuierlicher Einnahme. (Medical Gas Research, 2020, randomisiert, einfach-verblindet, placebokontrolliert.)
Kommentar
Hier geht es um eine Kernfrage im Ausdauersport: Verbessert Wasserstoff-Wasser die aerobe Kapazität? Die Studie unterscheidet sauber zwischen einer Einzelgabe und einer zweiwöchigen Daueranwendung — und genau das ist die wichtige Erkenntnis. Im randomisierten, einfach-verblindeten, placebokontrollierten Design absolvierten gesunde Probanden einen ansteigenden Radergometer-Test, einmal nach einer einzelnen 500-ml-Portion und einmal nach zwei Wochen täglicher Einnahme (an allen Werktagen, also zehnmal, insgesamt 5 Liter). Das Ergebnis: Die Einzelgabe veränderte weder die Spitzen-Sauerstoffaufnahme noch oxidativen Stress, Antioxidantien oder Laktat. Erst die zweiwöchige Daueranwendung steigerte die VO₂peak signifikant und ließ die maximale Last tendenziell ansteigen — und zwar ohne messbare Veränderung bei Laktat oder oxidativem Stress. Was es bedeutet: H₂-Wasser scheint hier nicht über einen akuten Antioxidans-Effekt zu wirken, sondern eher über eine langsamere Anpassung, möglicherweise des Mitochondrien-Stoffwechsels, wie die Autoren mit Verweis auf Tierstudien andeuten. Ehrlich dazu: Es ist eine kleine Studie und nur einfach verblindet — bei einem subjektiv beeinflussbaren Ausbelastungstest ist das eine echte Schwäche. Die Autoren formulieren vorsichtig „potentially augments“.
Wichtige Zitate
- „Die Einzeleinnahme von HW erhöhte die maximale Sauerstoffaufnahme und die maximale Last nicht signifikant und veränderte die Reaktionen bei oxidativem Stress, antioxidativer Aktivität und Laktatwerten nicht signifikant.“ Original (EN): „The single intake of HW did not significantly increase peak oxygen uptake and peak load, and did not significantly alter the responses in oxidative stress, antioxidant activity, and lactate levels.“ — eine Einzelgabe bringt nichts
- „der zweiwöchige kontinuierliche Konsum von HW steigerte die maximale Sauerstoffaufnahme signifikant und ließ die maximale Last tendenziell ansteigen, ohne signifikante Veränderungen bei Laktatwerten, oxidativem Stress und antioxidativen Reaktionen.“ Original (EN): „the 2-week continuous consumption of HW significantly augmented peak oxygen uptake and tended to increase the peak load without any significant changes in lactate levels, oxidative stress, and antioxidant responses.“ — erst die Daueranwendung wirkt
- „die kontinuierliche Supplementierung mit HW steigert potenziell die aerobe Kapazität, was impliziert, dass eine kontinuierliche Supplementierung mit H2 helfen könnte, die aerobe Ausdauerleistung und die körperliche Gesundheit zu verbessern.“ Original (EN): „the continuous supplementation of HW potentially augments the aerobic capacity, implying that continuous supplementation of H2 might help improve aerobic exercise performance and physical health.“ — vorsichtige Schlussfolgerung der Autoren
Unsere Einordnung
Relevant für die aerobe Kapazität im Ausdauer- und Fitnesstraining — und besonders wertvoll, weil sie eine ehrliche Differenzierung liefert: kontinuierliche Einnahme schlägt den schnellen „Pre-Workout-Schluck“. Das spricht für eine kontinuierliche tägliche Einnahme statt einer Einzelgabe als wirksames Schema, aber es entlarvt zugleich die Erwartung, ein einzelner Schluck vor dem Wettkampf bringe sofort Leistung. Limitation, ehrlich benannt: kleine Probandenzahl, nur einfach-verblindet (Verzerrung bei willensabhängiger Ausbelastung möglich), und der Mechanismus bleibt offen, da sich oxidativer Stress und Antioxidantien nicht änderten. Passt thematisch zu den anderen Sport-Studien zu diesem Thema, die ein gemischtes Bild zeigen.
Studiendesign
- Typ: RCT (randomisiert, einfach-verblindet, placebokontrolliert) · n: gesunde Probanden (Anzahl im Abstract nicht beziffert) · Dauer: Einzelgabe vs. 2 Wochen (10× 500 ml, insg. 5 L) · H₂-Gabe: H₂-reiches Wasser (HW), 500 ml pro Gabe
- Ergebnis: Einzelgabe: VO₂peak/Peak-Last n.s.; 2 Wochen: VO₂peak signifikant ↑, Peak-Last Trend ↑; Laktat, oxidativer Stress, Antioxidantien jeweils unverändert (genaue Zahlen/p-Werte im Abstract nicht angegeben)
Abstract (deutsche Übersetzung)
Die verschiedenen günstigen Wirkungen der Einnahme von molekularem Wasserstoff (H2) wurden im Bereich der Sportwissenschaft nachgewiesen. Obwohl in Tierstudien berichtet wurde, dass die Supplementierung mit H2 den Mitochondrien-Stoffwechsel erhöht, sind die Wirkungen der Verabreichung von H2 auf die aerobe Kapazität während der Belastung beim Menschen noch nicht klar. Wir untersuchten, ob eine Einzel- oder zweiwöchige kontinuierliche Einnahme von H2-reichem Wasser (HW) die aerobe Kapazität während ansteigender Belastung bei gesunden Menschen verbesserte. In dieser randomisierten, einfach-verblindeten, placebokontrollierten experimentellen Studie absolvierten die Teilnehmer einen ansteigenden Radergometer-Belastungstest zur Messung der maximalen Sauerstoffaufnahme und der maximalen Last vor und nach einer Einzeleinnahme (500 mL) oder einer zweiwöchigen Supplementierung (insgesamt 5 L) von HW. Im letzteren Experiment tranken die Teilnehmer die 500 mL HW an allen Werktagen (d. h. 10-mal). Die Einzeleinnahme von HW erhöhte die maximale Sauerstoffaufnahme und die maximale Last nicht signifikant und veränderte die Reaktionen bei oxidativem Stress, antioxidativer Aktivität und Laktatwerten nicht signifikant. Wichtig ist jedoch, dass der zweiwöchige kontinuierliche Konsum von HW die maximale Sauerstoffaufnahme signifikant steigerte und die maximale Last tendenziell ansteigen ließ, ohne signifikante Veränderungen bei Laktatwerten, oxidativem Stress und antioxidativen Reaktionen. Zusammenfassend steigert die kontinuierliche Supplementierung mit HW potenziell die aerobe Kapazität, was impliziert, dass eine kontinuierliche Supplementierung mit H2 helfen könnte, die aerobe Ausdauerleistung und die körperliche Gesundheit zu verbessern. Dieses Studienprotokoll wurde am 29. März 2018 vom Ethikkomitee der Chubu University genehmigt (Genehmigungs-Nr. 260086-2).
Original-Abstract (englisch)
The various beneficial effects of the intake of molecular hydrogen (H2) have been demonstrated in the field of sports science. Although supplementation of H2 has been reported to increase mitochondrial metabolism in animal studies, the effects of the administration of H2 on aerobic capacity during exercise in humans are still not clear. We investigated whether a single or 2-week continuous intake of H2-rich water (HW) enhanced the aerobic capacity during incremental exercise in healthy humans. In this randomized, single-blinded, placebo-controlled experimental study, the participants performed an incremental cycling exercise to measure peak oxygen uptake and peak load before and after a single (500 mL) or a 2-week supplementation (total 5 L) of HW. In the latter experiment, the participants drank the 500 mL of HW on all weekdays (i.e., 10 times). The single intake of HW did not significantly increase peak oxygen uptake and peak load, and did not significantly alter the responses in oxidative stress, antioxidant activity, and lactate levels. However, importantly, the 2-week continuous consumption of HW significantly augmented peak oxygen uptake and tended to increase the peak load without any significant changes in lactate levels, oxidative stress, and antioxidant responses. In conclusion, the continuous supplementation of HW potentially augments the aerobic capacity, implying that continuous supplementation of H2 might help improve aerobic exercise performance and physical health. This study protocol was approved by the Ethical Committee of Chubu University (approval No. 260086-2) on March 29, 2018.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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