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2015 · Guan et al. — Wirkungen von Vitamin C, Vitamin E und molekularem Wasserstoff auf die Plazentafunktion in Trophoblastenzellen.

Originaltitel: Effects of vitamin C, vitamin E, and molecular hydrogen on the placental function in trophoblast cells.

Kurzfassung

In kultivierten Trophoblastenzelllinien reduzierten hohe Dosen der Vitamine C und E die Zellviabilität und erhöhten das pro-inflammatorische Zytokin TNF-α — wogegen molekularer Wasserstoff (H₂) in äquivalenten Konzentrationen keines von beidem tat, was auf ein günstigeres Sicherheitsprofil von H₂ als Antioxidans in der Plazentabiologie hindeutet. H₂ unterdrückte jedoch die hCG-Sekretion, was weiterer Untersuchung bedarf. Dies sind ausschließlich In-vitro-Befunde; keine Humanschwangerschaftsdaten.

Klassifiziert als Mechanismus / Präklinisch-Studie mit Unspezifiziert. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Präeklampsie ist eine schwerwiegende hypertensive Schwangerschaftserkrankung, die mit plazentaremoxidativen Stress verbunden ist. Eine antioxidative Ergänzung wurde als Schutzstrategie vorgeschlagen, aber Studien mit den Vitaminen C und E haben enttäuschende oder sogar schädliche Ergebnisse gezeigt. Diese Zellkulturstudie vergleicht systematisch die Wirkungen der drei Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, molekulares H₂) auf zwei Trophoblastenzelllinien (JAR und JEG-3) über einen weiten Konzentrationsbereich. Die Ergebnisse stellen die Sicherheit von hochdosierten Vitaminen C und E für Plazentazellen in Frage: Bei 500 µmol/L unterdrückten beide Vitamine die Zellviabilität, und Vitamin C/E erhöhten bei niedrigeren Dosen bereits die TNF-α-Expression. H₂ (bis zu 500 µmol/L) beeinträchtigte weder Zellproliferation noch TNF-α-Expression, unterdrückte aber die hCG-Sekretion bei 50–500 µmol/L. hCG ist ein Schlüsselhormon für die frühe Schwangerschaft; seine Unterdrückung durch H₂ ist ein unerwarteter Befund, der einen Vorbehalt hinzufügt. Die Autoren schlussfolgern, dass H₂ ein Kandidat für das Management von oxidativem Stress bei Präeklampsie ist, betonen aber ausdrücklich, dass weitere Studien notwendig sind.

Wichtige Zitate

  1. „Die Zellviabilität wurde durch 500 µmol/L Vitamine C und E signifikant unterdrückt (P < 0,05), nicht jedoch durch 500 µmol/L molekularen Wasserstoff (P > 0,05).“ Original (EN): „Cell viability was significantly suppressed by 500 μmol/L vitamins C and E (P < 0.05), but not by 500 μmol/L molecular hydrogen (P > 0.05).“ — wichtiger Sicherheitsvergleich: hochdosierte Vitamine C/E schädigen Zellen; äquivalentes H₂ tut es nicht
  2. „Die Expression von TNF-α wurde durch 100 µmol/L Vitamin C und 50 µmol/L Vitamin E, einzeln oder kombiniert, erhöht (P < 0,05), nicht jedoch durch molekularen Wasserstoff (0–500 µmol/L).“ Original (EN): „The expression of TNF-α was increased by 100 μmol/L vitamin C and 50 μmol/L vitamins E, separately or combined (P < 0.05), but not by molecular hydrogen (0-500 μmol/L).“ — Entzündungsmarker-Ergebnis: Vitamine C und E erhöhen TNF-α; H₂ nicht
  3. „Wasserstoff zeigte keine solchen Auswirkungen auf Zellproliferation und TNF-α-Expression, konnte aber den hCG-Spiegel beeinflussen, was darauf hindeutet, dass Wasserstoff als potenzieller Antioxidans-Kandidat im Management von Präeklampsie (PE) weiter untersucht werden sollte.“ Original (EN): „hydrogen showed no such effects on cell proliferation and TNF-α expression, but it could affect the level of hCG, indicating hydrogen as a potential candidate of antioxidant in the management of preeclampsia (PE) should be further studied.“ — ausgewogene Schlussfolgerung: H₂ sieht bei den meisten Endpunkten sicherer aus, aber der hCG-Effekt erfordert Nachfolgeuntersuchungen

Unsere Einordnung

Eine nützliche In-vitro-Vergleichsstudie, die eine mechanistische Begründung liefert, warum H₂ ein sichereres Antioxidans als die Vitamine C und E in der Plazentabiologie sein könnte. Der Sicherheitsvorteil (keine Zytotoxizität, kein TNF-α-Anstieg) ist ein bedeutsamer Unterschied. Die unerwartete Unterdrückung der hCG-Sekretion durch H₂ ist jedoch ein wichtiger Vorbehalt, der bisher nicht erklärt oder repliziert wurde. Diese Studie ist streng In-vitro — Zelllinien bilden nicht die volle Komplexität der menschlichen Plazenta ab. Keine Schlussfolgerungen zur Sicherheit oder Wirksamkeit bei schwangeren Frauen können abgeleitet werden. Weitere Tier- und klinische Studien sind erforderlich.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

ZIEL: Diese Studie zielte darauf ab, die Wirkungen von drei verschiedenen Antioxidantien, nämlich Vitamin C, Vitamin E und molekularem Wasserstoff, auf Zytotrophoblasten in vitro zu untersuchen. METHODEN: Zwei Trophoblastenzelllinien, JAR und JEG-3, wurden verschiedenen Konzentrationen von Vitamin C (0, 25, 50, 100, 500, 1.000, 5.000 µmol/L), Vitamin E (0, 25, 50, 100, 500, 1.000, 5.000 µmol/L) und molekularem Wasserstoff (0, 25, 50, 100, 500 µmol/L) für 48 h ausgesetzt. Die Zellviabilität wurde mit dem MTS-Assay bestimmt. Die Sekretion von humanem Choriongonadotropin (hCG) und Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) wurde bewertet und die Expression von TNF-α-mRNA durch Real-Time-RT-PCR beobachtet. ERGEBNISSE: Die Zellviabilität wurde durch 500 µmol/L Vitamine C und E signifikant unterdrückt (P < 0,05), nicht jedoch durch 500 µmol/L molekularen Wasserstoff (P > 0,05). Die Expression von TNF-α wurde durch 100 µmol/L Vitamin C und 50 µmol/L Vitamin E, einzeln oder kombiniert, erhöht (P < 0,05), nicht jedoch durch molekularen Wasserstoff (0–500 µmol/L), was durch Real-Time-RT-PCR validiert wurde. Die hCG-Sekretion wurde jedoch sowohl durch 50–500 µmol/L molekularen Wasserstoff als auch durch hohe Spiegel von Vitamin C und E, einzeln oder kombiniert, gehemmt. SCHLUSSFOLGERUNG: Hohe Spiegel der antioxidativen Vitamine C und E können signifikante schädliche Auswirkungen auf die Plazentafunktion haben, wie die verringerte Zellviabilität und hCG-Sekretion zeigen; und auf die Plazentaimmunität, wie die erhöhte TNF-α-Produktion zeigt. Währenddessen zeigte Wasserstoff keine solchen Auswirkungen auf Zellproliferation und TNF-α-Expression, konnte aber den hCG-Spiegel beeinflussen, was darauf hindeutet, dass Wasserstoff als potenzieller Antioxidans-Kandidat im Management von Präeklampsie (PE) weiter untersucht werden sollte.
Original-Abstract (englisch)
AIM: This study aimed to investigate the effects of three different antioxidants, namely vitamin C, vitamin E, and molecular hydrogen, on cytotrophoblasts in vitro. METHODS: Two trophoblast cell lines, JAR and JEG-3, were exposed to different concentrations of vitamin C (0, 25, 50, 100, 500, 1,000, 5,000 μmol/L), vitamin E (0, 25, 50, 100, 500, 1,000, 5,000 μmol/L), and molecular hydrogen (0, 25, 50, 100, 500 μmol/L) for 48 h. The cell viability was detected using the MTS assay. The secretion of human chorionic gonadotropin (hCG) and the tumor necrosis factor-α (TNF-α) were assessed and the expression of TNF-α mRNA was observed by real-time RT-PCR. RESULTS: Cell viability was significantly suppressed by 500 μmol/L vitamins C and E (P < 0.05), but not by 500 μmol/L molecular hydrogen (P > 0.05). The expression of TNF-α was increased by 100 μmol/L vitamin C and 50 μmol/L vitamins E, separately or combined (P < 0.05), but not by molecular hydrogen (0-500 μmol/L), as validated by real-time RT-PCR. But the secretion of hCG was both inhibited by 50-500 μmol/L molecular hydrogen and high levels of vitamin C and E, separately or combined. CONCLUSION: High levels of antioxidant vitamins C and E may have significant detrimental effects on placental function, as reflected by decreased cell viability and secretion of hCG; and placental immunity, as reflected by increased production of TNF-a. Meanwhile hydrogen showed no such effects on cell proliferation and TNF-α expression, but it could affect the level of hCG, indicating hydrogen as a potential candidate of antioxidant in the management of preeclampsia (PE) should be further studied.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 25681223

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.