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2019 · Chen et al. — „Real-World-Erhebung“ zur wasserstoffgesteuerten Krebsbehandlung: ein Folgebericht über 82 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs.

Originaltitel: "Real world survey" of hydrogen-controlled cancer: a follow-up report of 82 advanced cancer patients.

Kurzfassung

Ein prospektives Follow-up von 82 Krebspatienten im Stadium III/IV, die H₂ über 3–46 Monate inhalierten, zeigte: 41,5 % verbesserten ihren Allgemeinzustand, 36,2 % der Patienten mit erhöhten Tumormarkern sahen Markerwerte sinken, und die Gesamtkrankheitskontrollrate bei bildgebungssichtbaren Tumoren betrug 57,5 % — mit den besten Ansprechen bei Lungenkrebs und den schlechtesten bei Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs. Diese Real-World-Beobachtungsstudie hat keine Kontrollgruppe und verwendet heterogene Endpunkte über diverse Krebsarten. (Medical Gas Research, 2019.)

Klassifiziert als Pilot / Beobachtung-Studie mit Inhalation. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Dieser Bericht vom Fuda-Krebskrankenhaus (gleiche Institution wie PMID 32541132) nutzt einen „Real-World-Evidence“-Rahmen, um Ergebnisse bei einer heterogenen Krebspopulation im Stadium III/IV über einen langen Zeitraum zu erheben. Die Stärke ist die Breite und Dauer des Follow-ups (bis zu 46 Monate) sowie klinisch bedeutsame Endpunkte: patientenberichtete Symptome, Tumormarker und Bildgebung. Die fundamentale Schwäche: keine Kontrollgruppe, Krebsart und Behandlungsgeschichte hochgradig heterogen, Krankheitskontrollraten (57,5 %) nicht gegen unbehandelte Populationen vergleichbar. Lungenkrebs schnitt am besten ab; Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs am schlechtesten — was grob der Biologie dieser Krebsarten unabhängig von H₂ entspricht. Keine hämatologische Toxizität — das am saubersten interpretierbare Ergebnis.

Wichtige Zitate

  1. „Nach 4 Wochen Wasserstoffinhalation berichteten Patienten von signifikanten Verbesserungen bei Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Schmerz.“ Original (EN): „After 4 weeks of hydrogen inhalation, patients reported significant improvements in fatigue, insomnia, anorexia and pain.“ — Lebensqualitätsverbesserung — patientenberichtet, kein Kontrollvergleich
  2. „41,5 % der Patienten hatten einen verbesserten körperlichen Status, mit dem besten Effekt bei Lungenkrebspatienten und dem schwächsten bei Pankreas- und gynäkologischen Tumoren.“ Original (EN): „41.5% of patients had improved physical status, with the best effect achieved in lung cancer patients and the poorest in patients with pancreatic and gynecologic cancers.“ — Ansprechrate — keine Randomisierung; Krebstypunterschiede durch Biologie überlagert
  3. „Keine hämatologische Toxizität wurde beobachtet, obwohl in Einzelfällen geringfügige unerwünschte Reaktionen auftraten, die sich spontan auflösten.“ Original (EN): „No hematological toxicity was observed although minor adverse reactions that resolved spontaneously were seen in individual cases.“ — Sicherheitssignal — der zuverlässigste und interpretierbarste Befund in dieser unkontrollierten Studie

Unsere Einordnung

Eine große, langfristige unkontrollierte Beobachtungsserie, die den Real-World-Einsatz von H₂-Inhalation bei fortgeschrittenem Krebs dokumentiert. Die Symptomverbesserung und Lebensqualitätsdaten sind konsistent mit anderen Berichten und plausibel. Die Krankheitskontrollraten können ohne Vergleichsgruppe nicht interpretiert werden. Limitationen: keine Kontrollgruppe; heterogene Krebsarten; Behandlungsgeschichten nicht standardisiert; Endpunkte sind eine Mischung aus subjektiven und objektiven mit unterschiedlichen Messintervallen; Selektionsbias (Patienten, die H₂ wählten und monatelang tolerierten, könnten sich systematisch von anderen unterscheiden). Das Sicherheitsprofil ist in dieser Serie konsistent beruhigend.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

Die Behandlung von fortgeschrittenem Krebs ist eine große Herausforderung, und neue Ideen und Strategien sind gefragt. Wasserstoff übt antioxidative und entzündungshemmende Effekte aus, die zur Krebskontrolle genutzt werden könnten, da deren Auftreten und Fortschreiten eng mit Peroxidation und Entzündung zusammenhängen. Wir führten eine prospektive Follow-up-Studie an 82 Patienten mit Krebs im Stadium III und IV durch, die mit Wasserstoffinhalation nach der „Real-World-Evidence“-Methode behandelt wurden. Nach 3–46 Monaten Follow-up starben 12 Patienten im Stadium IV. Nach 4 Wochen Wasserstoffinhalation berichteten Patienten von signifikanten Verbesserungen bei Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Schmerz. Außerdem hatten 41,5 % der Patienten einen verbesserten körperlichen Status, mit dem besten Effekt bei Lungenkrebspatienten und dem schlechtesten bei Pankreas- und gynäkologischen Tumoren. Von den 58 Fällen mit einem oder mehreren abnormal erhöhten Tumormarkern sanken die Marker bei 36,2 % 13–45 Tage (Median 23 Tage) nach Wasserstoffinhalation. Die größte Markerabnahme wurde bei Lungenkrebs erzielt, die geringste bei Bauchspeicheldrüsen- und Lebermalignitäten. Von den 80 bildgebend sichtbaren Tumorverläufen betrug die Gesamtkrankheitskontrollrate 57,5 %, mit vollständiger und partieller Remission 21–80 Tage (Median 55 Tage) nach Wasserstoffinhalation. Die Krankheitskontrollrate war bei Stadium-III-Patienten signifikant höher als bei Stadium-IV-Patienten (83,0 % vs. 47,7 %), mit der niedrigsten Rate bei Pankreaskrebs. Keine hämatologische Toxizität wurde beobachtet, obwohl in Einzelfällen geringfügige unerwünschte Reaktionen auftraten, die sich spontan auflösten. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs kann inhalierter Wasserstoff die Lebensqualität verbessern und das Krebsfortschreiten kontrollieren.
Original-Abstract (englisch)
Advanced cancer treatment is a huge challenge and new ideas and strategies are required. Hydrogen exerts antioxidant and anti-inflammatory effects that may be exploited to control cancer, the occurrence and progression of which is closely related to peroxidation and inflammation. We conducted a prospective follow-up study of 82 patients with stage III and IV cancer treated with hydrogen inhalation using the "real world evidence" method. After 3-46 months of follow-up, 12 patients died in stage IV. After 4 weeks of hydrogen inhalation, patients reported significant improvements in fatigue, insomnia, anorexia and pain. Furthermore, 41.5% of patients had improved physical status, with the best effect achieved in lung cancer patients and the poorest in patients with pancreatic and gynecologic cancers. Of the 58 cases with one or more abnormal tumor markers elevated, the markers were decreased at 13-45 days (median 23 days) after hydrogen inhalation in 36.2%. The greatest marker decrease was in achieved lung cancer and the lowest in pancreatic and hepatic malignancies. Of the 80 cases with tumors visible in imaging, the total disease control rate was 57.5%, with complete and partial remission appearing at 21-80 days (median 55 days) after hydrogen inhalation. The disease control rate was significantly higher in stage III patients than in stage IV patients (83.0% and 47.7%, respectively), with the lowest disease control rate in pancreatic cancer patients. No hematological toxicity was observed although minor adverse reactions that resolved spontaneously were seen in individual cases. In patients with advanced cancer, inhaled hydrogen can improve patients' quality-of-life and control cancer progression. Hydrogen inhalation is a simple, low-cost treatment with few adverse reactions that warrants further investigation as a strategy for clinical rehabilitation of patients with advanced cancer. The study protocol received ethical approval from the Ethics Committee of Fuda Cancer Hospital of Jinan University on December 7, 2018 (approval number: Fuda20181207).

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 31552873

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.