2019 · Botek — Wasserstoffreiches Wasser verbesserte ventilatorische, perzeptuelle und Laktat-Reaktionen auf Belastung
Kurzfassung
600 ml Wasserstoffwasser vor dem Sport senkten den Laktatwert bei hohen Intensitäten und verbesserten Atemeffizienz und Anstrengungsgefühl. Randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Crossover-Studie mit 12 gesunden Männern. (Int J Sports Med, 2019.)
Kommentar
Hier ein positiver Befund zu H₂-Wasser im Sport — und im Gegensatz zu einer Null-Studie mit einer höheren Dosis. 12 gesunde Männer, Durchschnittsalter 27 Jahre, durchliefen ein ansteigendes Belastungsprotokoll auf dem Fahrradergometer, jeweils 30 Minuten nachdem sie 600 ml H₂-Wasser oder Placebo getrunken hatten — randomisiert, doppelblind, im Crossover, also jeder gegen sich selbst. Die Belastung stieg stufenweise von 1 Watt pro Kilo über 2, 3 bis 4 Watt pro Kilo Körpergewicht. Die Ergebnisse: Bei den hohen Intensitäten von 3 und 4 Watt pro Kilo war der Blutlaktatwert mit H₂-Wasser signifikant niedriger — bei 4 Watt/kg 8,9 gegenüber 10,6 mmol pro Liter. Bei der höchsten Stufe war außerdem das Atemäquivalent für Sauerstoff besser, also die Atmung effizienter, und das subjektive Anstrengungsgefühl niedriger. Das spricht dafür, dass eine ausreichende Dosis H₂-Wasser kurz vor intensiver Belastung die Säurebelastung im Blut dämpfen und das Training subjektiv erleichtern kann. Ehrlich dazu: sehr kleine Stichprobe (n = 12), nur Männer, akute Einzelgabe und Surrogat-Endpunkte wie Laktat — keine harte Wettkampfleistung wie Zeit oder Sieg.
Wichtige Zitate
- „Ein signifikant niedrigeres Blutlaktat wurde mit HRW (4,0±1,6 und 8,9±2,2 mmol·l⁻¹) im Vergleich zu Placebo (5,1±1,9 und 10,6±3,0 mmol·l⁻¹) bei 3,0 bzw. 4,0 W·kg⁻¹ gefunden.“ Original (EN): „A significantly lower blood lactate was found with HRW (4.0±1.6 and 8.9±2.2 mmol.l-1) compared to Placebo (5.1±1.9 and 10.6±3.0 mmol.l-1) at 3.0, and 4.0 W.kg-1, respectively.“ — der zentrale Befund: niedrigeres Laktat bei hoher Intensität
- „Das ventilatorische Äquivalent für Sauerstoff und das RPE zeigten mit HRW signifikant niedrigere Werte (32,3±7,2 bzw. 17,8±1,2 Punkte) im Vergleich zu Placebo (35,0±8,4 bzw. 18,5±0,8 Punkte) bei 4 W·kg⁻¹.“ Original (EN): „Ventilatory equivalent for oxygen and RPE exhibited significantly lower values with HRW (32.3±7.2, and 17.8±1.2 points, respectively) compared to Placebo (35.0±8.4, and 18.5±0.8 points, respectively) at 4 W.kg-1.“ — bessere Atemeffizienz und geringeres Anstrengungsempfinden
- „Eine akute Supplementierung mit HRW vor der Belastung verringerte das Blutlaktat bei höheren Belastungsintensitäten, verbesserte das belastungsbedingte Anstrengungsempfinden und die ventilatorische Effizienz.“ Original (EN): „acute pre-exercise supplementation with HRW reduced blood lactate at higher exercise intensities, improved exercise-induced perception of effort, and ventilatory efficiency.“ — die Schlussfolgerung der Autoren
Unsere Einordnung
Ein methodisch solides doppelblindes, Placebo-kontrolliertes Crossover-RCT mit positivem Ergebnis — und ein gutes Gegengewicht zu Null-Befunden anderer Sport-Studien. Der entscheidende Unterschied liegt vermutlich in der Dosis (600 ml hier vs. 2 × 290 ml dort) und im Belastungstyp. Bemerkenswert als Beleg, dass H₂-Wasser bei intensiver Ausdauerbelastung und ausreichender Menge messbare physiologische Effekte (niedrigeres Laktat, bessere Atemeffizienz) zeigen kann. Limitationen, ehrlich benannt: sehr kleine Stichprobe (n = 12), ausschließlich gesunde Männer, akute Einzelgabe (keine Aussage zu Langzeit-Nutzen), und die Endpunkte sind physiologische Surrogatmarker plus das subjektive RPE — kein direkter Wettkampf-Leistungsnachweis.
Studiendesign
- Typ: RCT (randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert, Crossover) · n: 12 gesunde Männer (27,1 ± 4,9 Jahre) · Dauer: akut (Einnahme 30 min vor Belastung) · Methode der H₂-Gabe: 600 ml H₂-Wasser vs. Placebo; Stufenprotokoll Fahrradergometer (10 min Warm-up bei 1,0 W/kg, dann je 8 min bei 2,0 / 3,0 / 4,0 W/kg)
- Ergebnis-Kennzahlen: Laktat bei 4,0 W/kg 8,9 ± 2,2 vs. 10,6 ± 3,0 mmol/l (HRW signifikant niedriger, auch bei 3,0 W/kg); Atemäquivalent O₂ 32,3 vs. 35,0 und RPE 17,8 vs. 18,5 bei 4 W/kg (beide signifikant niedriger mit HRW)
Abstract (deutsche Übersetzung)
Die möglichen anti-Ermüdungs- und Leistungsvorteile von wasserstoffreichem Wasser (HRW) haben in den letzten 5 Jahren zu wachsendem Forschungsinteresse geführt. Ziel dieser Studie war es, physiologische und perzeptuelle Reaktionen auf ein stufenweise ansteigendes Belastungsprotokoll nach der Verabreichung von 600 ml HRW innerhalb von 30 Minuten vor der Belastung zu beurteilen. Diese randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Crossover-Studie umfasste zwölf gesunde Männer im Alter von 27,1±4,9 Jahren. Das Belastungsprotokoll bestand aus einem 10-minütigen Aufwärmen bei 1,0 W·kg⁻¹, gefolgt von je 8 Minuten bei 2,0, 3,0 und 4,0 W·kg⁻¹. Kardiorespiratorische Variablen, Laktat und das subjektive Anstrengungsempfinden (RPE) wurden in der letzten Minute jeder Stufe erfasst. Ein signifikant niedrigeres Blutlaktat wurde mit HRW (4,0±1,6 und 8,9±2,2 mmol·l⁻¹) im Vergleich zu Placebo (5,1±1,9 und 10,6±3,0 mmol·l⁻¹) bei 3,0 bzw. 4,0 W·kg⁻¹ gefunden. Das ventilatorische Äquivalent für Sauerstoff und das RPE zeigten mit HRW signifikant niedrigere Werte (32,3±7,2 bzw. 17,8±1,2 Punkte) im Vergleich zu Placebo (35,0±8,4 bzw. 18,5±0,8 Punkte) bei 4 W·kg⁻¹. Zusammenfassend verringerte eine akute Supplementierung mit HRW vor der Belastung das Blutlaktat bei höheren Belastungsintensitäten, verbesserte das belastungsbedingte Anstrengungsempfinden und die ventilatorische Effizienz.
Original-Abstract (englisch)
The potential anti-fatigue and performance benefits of hydrogen rich water (HRW) have resulted in increased research interest over the past 5 years. The aim of this study was to assess physiological and perceptual responses to an incremental exercise protocol after administration of 600 ml HRW within 30 min before exercise. This randomized, double blinded placebo-controlled cross over study included twelve healthy males aged 27.1±4.9 years. The exercise protocol consisted of a 10 min warm-up at 1.0 W.kg-1, followed by 8 min at 2.0, 3.0, and 4.0 W.kg-1, respectively. Cardio-respiratory variables, lactate and ratings of perceived exertion (RPE) were assessed in the last minute of each step. A significantly lower blood lactate was found with HRW (4.0±1.6 and 8.9±2.2 mmol.l-1) compared to Placebo (5.1±1.9 and 10.6±3.0 mmol.l-1) at 3.0, and 4.0 W.kg-1, respectively. Ventilatory equivalent for oxygen and RPE exhibited significantly lower values with HRW (32.3±7.2, and 17.8±1.2 points, respectively) compared to Placebo (35.0±8.4, and 18.5±0.8 points, respectively) at 4 W.kg-1. To conclude, acute pre-exercise supplementation with HRW reduced blood lactate at higher exercise intensities, improved exercise-induced perception of effort, and ventilatory efficiency.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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