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2022 · Bai et al. — Wirkung von wasserstoffreichem Wasser und reinem Wasser auf parodontale Entzündungsfaktoren, oxidativen Stress und Mundflora: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Originaltitel: Effects of hydrogen rich water and pure water on periodontal inflammatory factor level, oxidative stress level and oral flora: a systematic review and meta-analysis.

Kurzfassung

Diese Metaanalyse von 17 Studien fand mit wasserstoffreichem Wasser niedrigere Werte der Entzündungsmarker IL-1β, TNF-α und IL-6 sowie zweier Marker für oxidativen Stress als mit reinem Wasser, dazu eine geringere Aktivität pathogener Mundbakterien. Die Glutathionperoxidase war erhöht. Das Abstract zählt 304 Untersuchungseinheiten, doch laut Volltext nennen nur 3 der 17 Studien Parodontitis als Untersuchungsgegenstand, andere nennen Zahnfleischzellen, Mundbakterien, Nierenschädigung oder Schädel-Hirn-Trauma, sodass die 304 nicht als menschliche Teilnehmer gelesen werden können. Das Abstract berichtet keine klinischen Endpunkte wie Zahnfleischbluten oder Taschentiefe. (Annals of Translational Medicine, 2022.)

Klassifiziert als Review / Meta-Analyse-Studie mit Unspezifiziert. Siehe Methodik zur Evidenz-Einstufung.

Kommentar

Wasserstoffreiches Wasser wurde wegen seiner antioxidativen Eigenschaften als unterstützende Behandlung bei Parodontitis und Periimplantitis eingesetzt. Diese Übersicht fragte, ob es Entzündungen im Mund und Plaquebakterien verringert. Die Autoren durchsuchten sieben Datenbanken, vier internationale (PubMed, Web of Science, EMBASE, Cochrane) und drei chinesische, nach randomisierten kontrollierten Studien, die wasserstoffreiches Wasser mit reinem Wasser bei Parodontalerkrankungen verglichen und vor März 2022 erschienen waren. Endpunkte waren Entzündungsfaktoren, Marker für oxidativen Stress und die Mundflora. Die Studienqualität wurde mit dem Cochrane-Instrument zum Verzerrungsrisiko bewertet, berechnet wurden standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) mit 95-%-Konfidenzintervallen. Eingeschlossen wurden 17 Studien, laut Abstract mit insgesamt 304 Untersuchungseinheiten. Das Abstract sagt nicht, ob das Wasser getrunken oder zum Spülen verwendet wurde, und nennt weder Wasserstoffkonzentration noch Behandlungsdauer. Laut Volltext reichen die Untersuchungsgegenstände der eingeschlossenen Studien von Parodontitis und gesunden Erwachsenen bis zu Diabetes, Nierenschädigung, Schädel-Hirn-Trauma, Zahnfleischzellen und Mundbakterien, sodass die 304 Untersuchungseinheiten nicht als menschliche Teilnehmer gelesen werden können.

Wichtige Zitate

  1. „Die Spiegel von Interleukin (IL)-1β (SMD = −0,73; 95-%-KI: −1,29 bis −0,18; p = 0,009), Tumornekrosefaktor alpha (SMD = −2,51; 95-%-KI: −3,56 bis −1,46; p < 0,00001), IL-6 (SMD = −1,31; 95-%-KI: −1,96 bis −0,67; p < 0,0001), 8-Hydroxyguanosin (SMD = −1,61; 95-%-KI: −2,35 bis −0,87; p < 0,0001) und reaktiven Sauerstoffmetaboliten (SMD = −0,49; 95-%-KI: −0,91 bis −0,06; p = 0,02) sanken in der HRW-Gruppe signifikant, während der Spiegel der Glutathionperoxidase stieg (SMD = 2,5; 95-%-KI: 1,85 bis 3,15; p < 0,00001).“ Original (EN): „The levels of interleukin (IL)-1β (SMD =-0.73; 95% CI: -1.29 to -0.18; P=0.009), tumor necrosis factor alpha (SMD =-2.51; 95% CI: -3.56 to -1.46; P<0.00001), IL-6 (SMD =-1.31; 95% CI: -1.96 to -0.67; P<0.0001), 8-hydroxyguanosine (SMD =-1.61; 95% CI: -2.35 to -0.87; P<0.0001), and reactive oxygen metabolites (SMD =-0.49; 95% CI: -0.91 to -0.06; P=0.02) in the HRW group decreased significantly, while the glutathione peroxidase level increased (SMD =2.5; 95% CI: 1.85 to 3.15; P<0.00001).“ — die gepoolten Ergebnisse für Entzündungs- und Oxidationsstressmarker
  2. „Davon hatten 5 Studien ein hohes Verzerrungsrisiko und die übrigen ein gewisses Verzerrungsrisiko, das Gesamtrisiko für Verzerrungen war somit mittel bis niedrig.“ Original (EN): „Among them, 5 studies had a high risk of bias, and the rest had a certain risk of bias, thus, the total risk of bias was medium to low.“ — die Bewertung der Studienqualität durch die Autoren
  3. „HRW hemmt wirksam die Entzündungsreaktion, den oxidativen Stress und die Vermehrungsaktivität von Bakterien bei Patienten mit Parodontalerkrankungen.“ Original (EN): „HRW effectively inhibits the inflammatory reaction, oxidative stress level, and bacterial proliferation activity in patients with periodontal disease.“ — das Fazit der Autoren, formuliert für Patienten mit Parodontalerkrankungen

Unsere Einordnung

Alle sieben gepoolten Endpunkte zeigen in dieselbe Richtung, es sind aber Labormarker und keine klinischen Endpunkte wie Zahnverlust, Blutung oder Taschentiefe. Die Metaanalyse zeigt nicht, dass wasserstoffreiches Wasser Menschen mit Parodontalerkrankungen hilft. Laut Volltext nennen nur 3 der 17 Studien Parodontitis als Untersuchungsgegenstand. Die übrigen betreffen unter anderem körperliche Belastung, Diabetes, Nierenschädigung, Schädel-Hirn-Trauma, Zahnfleischzellen und Mundbakterien. Einschränkungen: 5 der 17 Studien mit hohem Verzerrungsrisiko, und die 304 Untersuchungseinheiten im Abstract können nicht als menschliche Teilnehmer gelesen werden. Laut Volltext beschrieb keine eingeschlossene Studie eine verdeckte Zuteilung oder eine Verblindung der Endpunkterhebung, und Publikationsbias wurde nicht geprüft, weil jeder Endpunkt weniger als 10 Studien umfasste. Das Abstract nennt keine Heterogenitätswerte, keine Wasserstoffkonzentration, keinen Anwendungsweg, keine Dauer und keine unerwünschten Ereignisse. Die Aussage im Hintergrund, langfristiges Trinken könne die Leberfunktion stören, bezieht sich laut Volltext auf Rattenmodelle und wurde hier nicht untersucht.

Studiendesign

Abstract (deutsche Übersetzung)

HINTERGRUND: Wasserstoffreiches Wasser (HRW) wurde wegen seiner guten antioxidativen Eigenschaften als unterstützende Behandlung bei Parodontitis und Periimplantitis eingesetzt. Die Stabilität von künstlich zugesetztem aktivem Wasserstoff war jedoch weit geringer als die von rein natürlichem aktivem Wasserstoff, was die Zahl aktiver Wasserstoffmoleküle in HRW stark verringerte. Zugleich wirkte HRW relativ langsam. Schließlich kann langfristiges Trinken von HRW zu einer gestörten Leberfunktion führen. Daher sollte diese Studie die Wirkungen von HRW auf Entzündungen im Mund und die Mundflora in verschiedenen Studien zusammenfassen und analysieren, um festzustellen, ob HRW die Bildung von Zahnbelag hemmen und Entzündungen im Mund lindern kann. METHODEN: Gesucht wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu HRW und reinem Wasser (PW) bei der Behandlung von Parodontalerkrankungen, die vor März 2022 in den Datenbanken PubMed, Web of Science, EMBASE, Cochrane, China Knowledge Resource Integrated, Wanfang und Weipu veröffentlicht wurden. Veränderungen der Entzündungsfaktoren, der oxidativen Stressreaktion und der Mundflora wurden zusammengefasst und als Ergebnisindikatoren verwendet. Die Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mit dem Cochrane-Instrument zum Verzerrungsrisiko bewertet, und die standardisierten Mittelwertdifferenzen (SMD) und 95-%-Konfidenzintervalle (KI) wurden mit einer Statistiksoftware berechnet. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 17 Studien mit 304 Untersuchungseinheiten in diese Metaanalyse eingeschlossen. Davon hatten 5 Studien ein hohes Verzerrungsrisiko und die übrigen ein gewisses Verzerrungsrisiko, das Gesamtrisiko für Verzerrungen war somit mittel bis niedrig. Die Spiegel von Interleukin (IL)-1β (SMD = −0,73; 95-%-KI: −1,29 bis −0,18; p = 0,009), Tumornekrosefaktor alpha (SMD = −2,51; 95-%-KI: −3,56 bis −1,46; p < 0,00001), IL-6 (SMD = −1,31; 95-%-KI: −1,96 bis −0,67; p < 0,0001), 8-Hydroxyguanosin (SMD = −1,61; 95-%-KI: −2,35 bis −0,87; p < 0,0001) und reaktiven Sauerstoffmetaboliten (SMD = −0,49; 95-%-KI: −0,91 bis −0,06; p = 0,02) sanken in der HRW-Gruppe signifikant, während der Spiegel der Glutathionperoxidase stieg (SMD = 2,5; 95-%-KI: 1,85 bis 3,15; p < 0,00001). Zusätzlich hemmte HRW wirksam die Aktivität pathogener Mundbakterien (SMD = −0,91; 95-%-KI: −1,16 bis −0,66; p < 0,00001). SCHLUSSFOLGERUNG: HRW hemmt wirksam die Entzündungsreaktion, den oxidativen Stress und die Vermehrungsaktivität von Bakterien bei Patienten mit Parodontalerkrankungen.
Original-Abstract (englisch)
BACKGROUND: Hydrogen rich water (HRW) was used as an auxiliary treatment for periodontitis and peri-implantitis due to its good antioxidant properties. However, the stability of artificially added active hydrogen was far less than that of pure natural active hydrogen, which greatly reduced active hydrogen molecules number in HRW. Meanwhile, the effect of HRW was relatively slow. Finally, long-term drinking of HRW may cause abnormal liver function. Hence, this study sought to summarize and analyze the effects of HRW on oral inflammation and oral flora in various studies to determine whether HRW can be used to inhibit dental plaque formation and aliviate oral inflammation. METHODS: Randomized controlled trials (RCTs) of HRW and pure water (PW) in the treatment of periodontal diseases published before March 2022 in the PubMed, Web of science, EMBASE, Cochrane, China Knowledge Resource Integrated, Wanfang, and Weipu databases were searched. Changes in the inflammatory factor levels, oxidative stress response, and oral flora were summarized and used as outcome indicators. The quality of included studies was assessed by Cochrane risk of bias assessment tool, and the standardized mean differences (SMD) and the 95% confidence intervals (CIs) were calculated using Review Manager 5.3. RESULTS: In total, 17 studies, comprising 304 subjects, were included in this meta-analysis. Among them, 5 studies had a high risk of bias, and the rest had a certain risk of bias, thus, the total risk of bias was medium to low. The levels of interleukin (IL)-1β (SMD =-0.73; 95% CI: -1.29 to -0.18; P=0.009), tumor necrosis factor alpha (SMD =-2.51; 95% CI: -3.56 to -1.46; P<0.00001), IL-6 (SMD =-1.31; 95% CI: -1.96 to -0.67; P<0.0001), 8-hydroxyguanosine (SMD =-1.61; 95% CI: -2.35 to -0.87; P<0.0001), and reactive oxygen metabolites (SMD =-0.49; 95% CI: -0.91 to -0.06; P=0.02) in the HRW group decreased significantly, while the glutathione peroxidase level increased (SMD =2.5; 95% CI: 1.85 to 3.15; P<0.00001). Additionally, HRW was shown to effectively inhibit oral pathogenic bacteria activity (SMD =-0.91; 95% CI: -1.16 to -0.66; P<0.00001). CONCLUSIONS: HRW effectively inhibits the inflammatory reaction, oxidative stress level, and bacterial proliferation activity in patients with periodontal disease.

Quelle & Links

Screenshot der PubMed-Seite

Screenshot — PubMed 36388830

Diese Seite spiegelt den veröffentlichten Abstract (© Autoren / Verlag) zur Referenz und Zitation. Die kanonische Quelle ist der oben verlinkte PubMed-Eintrag. Dies ist keine medizinische Beratung.