2022 · Alharbi — Die akuten Effekte einer Einzeldosis molekularer Wasserstoff-Supplemente auf die Reaktionen ergogener Anpassungen während hochintensiver intermittierender Belastung beim Menschen
Kurzfassung
Eine Einzeldosis molekularer Wasserstoff vor hochintensivem Intervalltraining steigert die Spitzenleistung und verbessert die Sauerstoffversorgung der Muskeln. In dieser randomisierten Doppelblind-Crossover-Studie (10 trainierte Probanden) war die Spitzenleistung im ersten HIIT-Intervall mit H₂ signifikant höher als mit Placebo (839 vs. 816 W, p = 0,001), bei besserer O₂-Ausschöpfung im Muskel. (Nutrients, 2022.)
Kommentar
Diese Studie ist das Gegenstück zum Null-Befund beim Dauerlauf: Hier — beim hochintensiven, anaeroben Intervalltraining — zeigt eine Einzeldosis Wasserstoff durchaus Effekte. Das Design ist randomisiert, doppelblind, Crossover, mit 10 gesunden, trainierten Probanden. Eine Stunde vor der Belastung bekamen sie entweder ein H₂-reiches Calciumpulver (1500 mg, das 2,544 µg H₂ freisetzt) oder ein H₂-freies Placebo. Dann absolvierten sie sechs maximale 7-Sekunden-Sprints auf dem Fahrradergometer (HIIT) mit 40 Sekunden Pause dazwischen, gefolgt von einer Erholungsphase. Gemessen wurden Blutgase und — per zeitaufgelöster Nahinfrarot-Spektroskopie — die Sauerstoffsättigung im Oberschenkelmuskel. Die Ergebnisse: In Ruhe hatte die H₂-Gruppe höhere PCO₂- und Bikarbonatwerte und eine leichte Tendenz zur Azidose. Die Spitzenleistung im ersten Intervall war mit H₂ signifikant höher (839 ± 112 W vs. 816 ± 108 W, p = 0,001), und H₂ steigerte die Muskel-Deoxygenierung während der Belastung deutlich — also mehr O₂-Ausschöpfung im arbeitenden Muskel — bei gleicher Herzfrequenz. Auch die Durchblutung und Reoxygenierung in der Erholung war verbessert. Die Autoren schließen, dass H₂ ergogene (leistungssteigernde) Effekte bei hochintensivem anaerobem Training haben könnte. Ehrlich dazu: sehr kleine Stichprobe (n = 10), nur akute Einzeldosis, und „könnte“ — die Autoren bleiben vorsichtig.
Wichtige Zitate
- „Die Spitzenleistung des ersten HIIT-Intervalls war in der HCP-Gruppe (839 ± 112 W) signifikant höher als bei Placebo (816 ± 108 W, p = 0,001)“ Original (EN): „the first HIIT bout's peak power was significantly higher in HCP (839 ± 112 W) vs. Placebo (816 ± 108 W, p = 0.001)“ — höhere Spitzenleistung im ersten Sprint
- „HCP hatte einen deutlichen Effekt auf die signifikant erhöhte deoxy[Hb+Mb]-Konzentration während der HIIT-Belastung, trotz fehlender Unterschiede in der Herzfrequenzreaktion.“ Original (EN): „HCP had a notable effect on significantly increased deoxy[Hb + Mb] concentration during HIIT exercise, despite no differences in heart rate response.“ — bessere O₂-Ausschöpfung im Muskel bei gleicher Herzfrequenz
- „Das HCP-Supplement könnte ergogene Effekte auf hochintensive Belastung ausüben und sich als vorteilhaft für die Verbesserung der anaeroben HIIT-Leistung erweisen.“ Original (EN): „The HCP supplement might exert ergogenic effects on high-intensity exercise and prove advantageous for improving anaerobic HIIT exercise performance.“ — vorsichtige Schlussfolgerung: möglicher Leistungsvorteil bei HIIT
Unsere Einordnung
Wichtig im Gesamtbild der Datenbank: Zusammen mit dem Valenta-Null-Befund (Dauerlauf, kein Effekt) zeichnet sich ein differenziertes Bild ab — H₂ scheint eher bei hochintensivem, anaerobem Training etwas zu bewirken als bei moderater aerober Dauerbelastung. Diese Nuance ist genau das, was eine seriöse, ingenieurs-ehrliche Datenbank ausmacht: kein pauschales „H₂ macht schneller“, sondern kontextabhängige Differenzierung. Für die Sportkommunikation ein nützlicher Baustein. Limitation, ehrlich benannt: sehr kleine Stichprobe (n = 10), nur akute Einzeldosis, die H₂-Menge ist mit 2,544 µg sehr gering, der Unterschied in der Spitzenleistung ist klein (23 W), und die Autoren formulieren bewusst zurückhaltend („might“). Daher Evidenz-Level 2.
Studiendesign
- Typ: Humanstudie, randomisiert/doppelblind/Crossover (Pilot-Charakter) · n: 10 gesunde, trainierte Probanden · Dauer: akute Einzeldosis 1 h vor Belastung · H₂-Gabe: H₂-reiches Calciumpulver (HCP, 1500 mg, 2,544 µg H₂) vs. H₂-freies Placebo
- Ergebnis: Spitzenleistung 1. Intervall 839 ± 112 W (HCP) vs. 816 ± 108 W (Placebo), p = 0,001; Muskel-Deoxygenierung (deoxy[Hb+Mb]) während HIIT signifikant ↑; höhere O₂-Ausschöpfung im Vastus lateralis und Hb-Volumen im Rectus femoris; in Ruhe höhere PCO₂/HCO₃⁻; Herzfrequenz unverändert
Abstract (deutsche Übersetzung)
Diese Untersuchung prüfte die Effekte von Einzeldosis-Supplementen molekularen Wasserstoffs (H2) auf den Säure-Basen-Status und die lokale Muskel-Deoxygenierung während Ruhe, hochintensivem intermittierendem Training (HIIT) und Erholung. Zehn gesunde, trainierte Probanden erhielten in einem randomisierten, doppelblinden Crossover-Design H2-reiches Calciumpulver (HCP) (1500 mg, das 2,544 µg H2 enthält) oder ein H2-freies Placebo (1500 mg) 1 h vor der Belastung. Sie absolvierten sechs Intervalle von 7 s maximalem Treten (HIIT) bei 7,5 % des Körpergewichts, getrennt durch 40-s-Tretpausen, gefolgt von einer Erholungsphase. Die pH-, PCO2- und HCO3--Konzentrationen der Blutgase wurden in Ruhe gemessen. Die Muskel-Deoxygenierung (deoxy[Hb + Mb]) und die Gewebe-O2-Sättigung (StO2) wurden mittels zeitaufgelöster Nahinfrarot-Spektroskopie im Vastus lateralis (VL) und Rectus femoris (RF) von Ruhe bis Erholung bestimmt. In Ruhe hatte die HCP-Gruppe signifikant höhere PCO2- und HCO3--Konzentrationen und eine leichte Tendenz zur Azidose. Während der Belastung war die Spitzenleistung des ersten HIIT-Intervalls bei HCP (839 ± 112 W) signifikant höher als bei Placebo (816 ± 108 W, p = 0,001), und HCP hatte einen deutlichen Effekt auf die signifikant erhöhte deoxy[Hb + Mb]-Konzentration während der HIIT-Belastung, trotz fehlender Unterschiede in der Herzfrequenzreaktion. Die HCP-Gruppe zeigte während der HIIT-Belastung eine signifikant größere O2-Ausschöpfung im VL und ein höheres mikrovaskuläres (Hb-)Volumen im RF. Die HIIT-Belastung führte in der passiven Erholung gegenüber der Ruhe in allen Gruppen sowohl im RF als auch im VL zu signifikant verbessertem Blutfluss und besseren Muskel-Reoxygenierungsraten. Das HCP-Supplement könnte ergogene Effekte auf hochintensive Belastung ausüben und sich als vorteilhaft für die Verbesserung der anaeroben HIIT-Leistung erweisen.
Original-Abstract (englisch)
This research examined the effects of single-dose molecular hydrogen (H2) supplements on acid-base status and local muscle deoxygenation during rest, high-intensity intermittent training (HIIT) performance, and recovery. Ten healthy, trained subjects in a randomized, double-blind, crossover design received H2-rich calcium powder (HCP) (1500 mg, containing 2.544 μg of H2) or H2-depleted placebo (1500 mg) supplements 1 h pre-exercise. They performed six bouts of 7 s all-out pedaling (HIIT) at 7.5% of body weight separated by 40 s pedaling intervals, followed by a recovery period. Blood gases' pH, PCO2, and HCO3- concentrations were measured at rest. Muscle deoxygenation (deoxy[Hb + Mb]) and tissue O2 saturation (StO2) were determined via time-resolved near-infrared spectroscopy in the vastus lateralis (VL) and rectus femoris (RF) muscles from rest to recovery. At rest, the HCP group had significantly higher PCO2 and HCO3- concentrations and a slight tendency toward acidosis. During exercise, the first HIIT bout's peak power was significantly higher in HCP (839 ± 112 W) vs. Placebo (816 ± 108 W, p = 0.001), and HCP had a notable effect on significantly increased deoxy[Hb + Mb] concentration during HIIT exercise, despite no differences in heart rate response. The HCP group showed significantly greater O2 extraction in VL and microvascular (Hb) volume in RF during HIIT exercise. The HIIT exercise provided significantly improved blood flow and muscle reoxygenation rates in both the RF and VL during passive recovery compared to rest in all groups. The HCP supplement might exert ergogenic effects on high-intensity exercise and prove advantageous for improving anaerobic HIIT exercise performance.
Quelle & Links
Screenshot der PubMed-Seite
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